„Krone“-Protokoll

Bremen-„Tatort“ zeigt emotionale Verwahrlosung auf

Unterhaltung
25.01.2026 06:00

In „Wenn man nur einen retten könnte“ (20.15 Uhr, ORF 2), dem neuen Bremen-„Tatort“, wird eine junge Studentin tot aufgefunden. Der Verdächtigenkreis ist unüberschaubar ...

Für Annalena Höpken (Annika Gräslund) könnte es nicht mehr schlimmer laufen. Auf der Uni in Bremen sieht es trist aus, sie verliert ihren Job im Café und ihr Freund macht mit ihr Schluss. Letzte Station: Party zur Realitätsflucht. Doch aus dem bunkerähnlichen Club „Blue Moon“ kommt die 23-Jährige nicht mehr lebend raus – sie wurde die Treppe hinuntergestoßen und verstarb.

Gerichtsmedizinern Edda Bingley (Helen Schneider) findet alle möglichen Drogen in ihrem Körper. Das ist ein Fall für die unkonventionellen Bremer Ermittlerinnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) und Linda Selb (Luise Wolfram). Bei den Ermittlungen bekommt Letztere einen Stein des hochverdächtigen Obdachlosen Emil (Robin Guillaud Bongarts) an den Kopf geschmissen und muss die Ermittlungen vom Krankenbett aus führen. Doch während sich Selb auf ihren Peiniger einschießt, glaubt Moormann an andere Möglichkeiten.

Schwester und Mutter der verstorbenen Studentin Annalena führen ein schwieriges Leben.
Schwester und Mutter der verstorbenen Studentin Annalena führen ein schwieriges Leben.(Bild: Radio Bremen/Magdalena Stengel)

Der Kreis der Verdächtigen ist in der Tat breit gestreut. In Annalenas Elternhaus ist der Haussegen längst schief, auf der Uni gab es eine offene Fehde und in der WG ständig zwischenmenschliche Probleme. Da Selb verletzt ausfällt bekommt Moormann temporäre Unterstützung vom charmanten wie auffassungsschnellen Patrice „Prince“ Schipper (Tijan Njie) vom Kriminaldauerdienst. Die beiden harmonieren trotz Moormanns offensichtlicher Distanz erstaunlich gut und bringen zunehmend Licht ins handlungstechnische Dunkel.

„Wenn man nur einen retten könnte“ ist ein durchaus gelungener Bremen-„Tatort“, der sich zuweilen aber in allzu offensichtliche Studenten-Klischees verrennt und mit der Vielzahl an wichtigen Rollen zuweilen unnötige Verwirrung stiftet. Die Rahmenhandlung ist dafür aktuell und realistisch: Jugendliche, die von ständigem Druck und dem Neoliberalismus überfordert sind und zunehmend emotional verwahrlosen, suchen ihren Platz im Leben ...

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