Nicht einmal 400 Anrufe seit der Inbetriebnahme 2016, das ist die ernüchternde Bilanz des Grazer Heimwegtelefons. Die geringe Nachfrage führt nun zum endgültigen Aus. Der Service der Ordnungswache stellte telefonische Begleitung am Heimweg zur Verfügung.
Die Idee ist gut: geschultes Personal begleitet Nachtschwärmer am Heimweg via Telefon. Im besten Fall gibt es Sicherheit – im Ernstfall ist die Polizei rasch zur Stelle. Freitags, samstags und vor Feiertagen war die Nummer 0316/8722277 immer von 22 bis 3 Uhr erreichbar. Doch das Heimwegtelefon, das 2016 ins Leben gerufen wurde, scheiterte in der Praxis.
Lediglich 390 Anrufe
Denn in den letzten zehn Jahren gab es insgesamt lediglich 390 Anrufe – und das, obwohl die Hotline seit einiger Zeit auch aus Wiener Neustadt und Villach erreichbar war. Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Sommer 2025: Im Juli gingen beispielsweise sechs Anrufe ein, heißt es aus dem Büro der Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) – davon einer rein aus Interesse und einer wegen eines Wasserschadens.
Das Heimwegtelefon war eine gute Idee, die aber leider trotz wiederholter Bewerbung nicht angenommen wurde. Wenn es selbst in einer Stadt mit der Größe von Graz so wenig Nachfrage gibt, müsste man es überregional betreiben, das wäre sinnvoll.

Elke Kahr
Bürgermeisterin Graz
Bild: Christian Jauschowetz
Diese ernüchternde Bilanz führt nun mit Ende Jänner zum Aus für das Service der Grazer Ordnungswache. Auch wiederholte Bewerbungsinitiativen sorgten nicht für stärkere Resonanz. „Wenn es selbst in einer Stadt mit der Größe von Graz so wenig Nachfrage gibt, müsste man es überregional betreiben, das wäre sinnvoll. Dazu müssten aber viele Städte und Gemeinden bereit sein, etwas beizutragen“, sagt Kahr.
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