Eine Vermisstenmeldung eines deutschen Urlaubers und ein gesichteter Lawinenkegel – umfangreiche Ermittlungen aufgrund dieser Kombination führten am Freitag in Ischgl zu einer Suchaktion, leider mit traurigem Ende.
Der nächste Lawinentote in Tirol – und die Hintergründe sind nicht alltäglich: Bereits am Donnerstag um 8.40 Uhr machte sich ein deutscher Urlaubsgast von seiner Unterkunft in Kappl auf den Weg in das Skigebiet Ischgl, kehrte aber bis zum nächsten Morgen nicht zurück.
„Der Vermieter bezeichnete den Mann als sehr verlässlich. Seine Skier waren nicht mehr im Keller, sein Handy lag im Zimmer“, beschrieb eine Polizeisprecherin die unklare Situation.
Donnerstag um 9.50 Uhr zum letzten Mal durch Drehkreuz
Die Nachforschungen bei der Silvrettabahn AG nach der Vermisstenmeldung ergaben, dass der Mann zuletzt am Donnerstag um 9.50 Uhr das Drehkreuz der Pardatschgratbahn passiert hatte, die bis auf 2616 Meter Seehöhe führt.
Aufgrund der Vermisstenmeldung und weil Pistenretter bei ihrer morgendlichen Kontrollfahrt im dortigen freien Skiraum ein 90 Meter langes und 60 Meter breites Schneebrett gesehen hatten, das westlich des Bürkelkopfs abgegangen war, erfolgte eine großangelegte Suchaktion unter Beteiligung der Alpinpolizei, mehrerer Bergrettungen und einer Hundestaffel.
Skistock ragte heraus
Dabei wurde ein aus den Schneemassen ragender Skistock gefunden. Dies führte recht rasch zur Ortung und Bergung einer toten Person. Noch am Nachmittag bestätigte die Polizei, dass es sich um den vermissten Deutschen handelt. Er dürfte bei einer Variantenfahrt, die er allein unternommen hatte, schon kurz nach seiner letzten Liftfahrt von der Lawine erfasst worden sein. Laut Ermittlungen war der Urlauber rund 65 Meter mitgerissen und 1,10 Meter tief verschüttet worden.
„Leider ein tragischer Ausgang. Solche Hänge abseits der Piste werden derzeit öfter befahren“, sagte Bergbahn-Vorstand Günther Zangerl zur „Krone“. Entgegen ersten Meldungen erreichten die Schneemassen nicht die Piste. In dem Gebiet herrscht derzeit Lawinenwarnstufe 3 – also „erhebliche Gefahr“. Vorsicht ist also weiter das Gebot!
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