Kein Kinderschrecken, keine Schläge, keine Böllerei: Die Omas gegen Rechts und Künstlerin Christine Teichmann laden am 16. Jänner in der Grazer Innenstadt zum feministischen Perchtenlauf. Auch an der Politik will man Kritik üben.
„Wir treiben die Unmenschlichkeit aus“: So lautet das Motto des „feministischen Perchtenlaufs“, den die Initiative Omas gegen Rechts am nächsten Freitag, den 16. Jänner, in Graz veranstaltet. „Es gibt eine Sinnentleerung der Volkskultur“, sagt die Künstlerin Christine Teichmann, die die Aktion leitet. „Der heidnische Brauch des Winteraustreibens hat durch den Klimawandel an Bedeutung verloren. Deswegen wollen wir Rassismus, Frauenfeindlichkeit und rechte Hetze austreiben.“
Mit eigens gefertigten Kostümen für Schön- und Schirchperchten will man sich die Tradition wieder zu eigen machen. Im Zentrum steht die Sagenfigur Frau Perchta. „Es ist also eigentlich eine weibliche Tradition. Man kennt sie auch als Frau Holle, die für den Winter verantwortlich ist, belohnt und straft.“ Dass Krampus- und Perchtenläufe vor Weihnachten oft gleichgesetzt werden, sei ein „Blödsinn“. Die Omas gegen Rechts kritisieren auch die Gewalt: „Das Frauenschlagen, sie durch die Gegend jagen, das Böllern, die Enthemmung durch den Alkohol – das verurteilen wir“, sagt Teichmann.
Kritik an den Mächtigen mit „aufmüpfigen G‘stanzln“
Fürchten muss sich dafür die Politik. „Gerade bei jenen Bräuchen, bei denen es in Richtung Fastnacht geht, geht es auch um eine Kritik an den Mächtigen“, sagt Teichmann. Mit der Habergoaß ziehen die Omas (und Freundinnen) vom Hauptplatz zum Landhaus, dann weiter zur Stadtpfarrkirche und zur Polizeistation in der Schmiedgasse, bevor es wieder zum Hauptplatz geht. An den Stationen singen sie „aufmüpfige“ G‘stanzln. Start ist um 16 Uhr.
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