„Krone“-Protokoll

Kölner „Tatort“: In der Oper gibt es echte Leichen

Unterhaltung
11.01.2026 06:00

In der Kölner Oper wird während der letzten Proben für Haydns „Die Schöpfung“ gemordet (20.15 Uhr, ORF 2). Das etablierte „Tatort“-Team muss im hochkulturellen Milieu ermitteln und stößt dabei auf überraschend viel Gegenwehr.

Nein, Sie täuschen sich. Es handelt sich nicht um dieselbe Episode wie am Stefanitag nach Weihnachten. „Tatort“-Stammseher werden sich heute Abend jedenfalls stark daran erinnert fühlen, denn während das Münchner Team vor gut zwei Wochen im Theatermilieu ermittelte, tun das Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) in der Kölner Oper. Beide Male gibt es Todesopfer in der Hochkultur, beide Male spielt Alkohol eine nicht unwesentliche Rolle.

Wie klug es von den Sendungsverantwortlichen ist, zwei derart ähnliche Fälle in so kurzer Zeit fürs Fernsehen zu programmieren, bleibt zu hinterfragen, ansonsten darf man sich im 94. gemeinsamen Fall der rheinländischen Haudegen auf den gewohnten und beliebten Mix aus Situationskomik, offen zur Schau gestellter Routine und zuweilen etwas wirre Handlungssprüngen freuen. Während der finalen Proben zu Haydns „Die Schöpfung“ wird Elli Zander (Ines Lutz) von der Requisite erschossen aufgefunden. Aus dem Fundus fehlt eine Waffe und bei ersten Recherchen wird den beiden Kommissaren schnell klar, im laufenden Betrieb gibt es zahlreiche Animositäten.

Wer ist verdächtig, wer nicht? Für die beiden Kommissare sind die handelnden Personen ziemlich ...
Wer ist verdächtig, wer nicht? Für die beiden Kommissare sind die handelnden Personen ziemlich undurchsichtig.(Bild: WDR/Thomas Kost)

Wenig später baumelt der Opern-Schuhmacher Willi Köpke (Aljoscha Stadelmann) maskiert und mit einem Strick um den Hals von der Bühnendecke. Der spielte nebenbei in einer Death Metal-Band und wollte eine Metal-Oper inszenieren, die mit seinem Tod zusammenzuhängen scheint. Während Opernintendant Darius Henning (hervorragend: Stephan Grossmann) den Ermittlern eher distanziert und unterkühlt gegenübertritt, wirkt Eva Krüger (Katja Bürkle), die alles und jeden in der Oper wie ihre Westentasche kennt, äußerst zugänglich. Doch der Fall lichtet sich nur langsam ...

Der Opern-„Tatort“ lebt von seiner dramatischen und bildgewaltigen Inszenierung, kann aber nicht über leichte Handlungslücken hinwegtäuschen. Medioker.

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