Im Vorfeld des Finales bei der 74. Vierschanzentournee sorgte FIS-Renndirektor Sandro Pertile einmal mehr für Aufsehen. Der Italiener nahm Stellung zu den großen Materialumstellungen. Bei einem Prestigeprojekt ruderte er zurück, dafür will er die Sprünge reduzieren – und möglicherweise auch die Anzahl der Springer.
Skisprung-Renndirektor Sandro Pertile hielt am Dreikönigstag eine Pressekonferenz in Bischofshofen ab. Dabei sprach er über ...
... die Materialthematik: Wir alle erinnern uns an Trondheim. Das war ein schwarzer Tag für unseren Sport. Wir hatten damals zwei Möglichkeiten: Kollabieren oder härter arbeiten, um zurückzukommen. Es gab lange Tage und Nächte und viele Gedanken, um da rauszukommen. Der erste Schritt war, das ganze Bild zu verstehen. Es war wichtig, einen Spezialisten zu engagieren. Wir sind wirklich glücklich, dass Mathias Hafele jetzt bei uns ist. Wir haben das Kontrollsystem stark verbessert.
... die Olympischen Spiele: Ich war vor der Tournee bei den Wettkampfstätten. Alles läuft nach Plan. Viele Sachen werden temporär installiert, dabei ist alles auf Schiene. Ich hatte auch die Möglichkeit, das Olympische Dort dort zu begutachten. Damit ist man fast fertig.
... die Idee, 2026/27 Damen und Herren immer gemeinsam an einem Ort springen zu lassen: Wir waren dazu optimistisch, einen gemeinsamen Kalender zu haben. Das braucht etwas mehr Zeit. Wir sehen aber einen Anstieg beim Medieninteresse für die Damen, der extrem wichtig für uns ist. Das Damenskispringen bleibt eine Priorität für uns.
... die Damentournee: Wir haben in den letzten Tagen, Wochen und Monaten viel gehört. Was ich sagen kann: Es war ein langer Prozess. In Innsbruck haben wir die offizielle Info bekommen, dass das Puzzle fertig ist. Jetzt braucht es noch einen finalen Schritt, der nächsten Freitag beim Council Meeting gemacht werden soll. Wir sind dann alle glücklich, diesen historischen Schritt im Skispringen zu machen.
... die diesjährige Tournee: Letztes Jahr war es fantastisch, weil es bis zum letzten Sprung spannend war. Diesmal ist es etwas anderes, ich verlasse die Tournee trotzdem aufgeregt. Wir hatten ausverkaufte Stadien und überall eine tolle Atmosphäre. Es waren emotionale Bilder, die um die Welt gingen. Ich freue mich für unsere Athleten, dass sie so eine tolle Plattform bekommen.
... das im Sommer getestete High-Five-Format: Ich bin glücklich darüber. Wir müssen jetzt daran arbeiten, es verständlich zu machen, auch mithilfe von TV-Grafiken. Wir könnten das Format 2026/27 im Weltcup sehen.
... die Wertigkeit der Damen, wenn sie als „Rahmenprogramm“ der Herren stattfinden: Das kann man von zwei Seiten sehen. Wenn beide gemeinsam unterwegs sind, kann man beide Events besuchen. Wichtig ist, die Medienaufmerksamkeit weiter zu erhöhen. Wir müssen aber unsere Strategie anpassen.
... Änderungen an Wettkampftagen: Es wird wohl kompaktere Events. Die Probedurchgänge wird es wohl nicht mehr geben. Wir müssen die Sprünge pro Tag reduzieren.
... seinen Plan, die Normalschanzen aus dem Kalender zu streichen, was beim ÖSV auf Missfallen stieß: Manchmal muss man einen Schritt zurück machen. Wir haben das in den vergangenen Monaten realisiert. Ihr werdet den Kalender (für 2026/27, Anm.) bald sehen. Zumindest in der nächsten Saison bleiben die Normalschanzen im Kalender.
... eine Reduktion der Athletenzahl bei Bewerben: Das kann ich nicht ausschließen. Man könnte sie generell im Weltcup reduzieren. Die Zusammenführung von Damen und Herren hat eben Vor- und Nachteile.
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