„Der Plan steht, jetzt müssen wir ihn nach und nach umsetzen“, sagt die mächtige Chefin der NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA). Die „Krone“ sprach mit der Frau, die für den größten Umbau der Geschichte des niederösterreichischen Gesundheitswesens geholt wurde.
Sie gilt als eine der qualifiziertesten Personen ihres Fach in Österreich und wurde erst im September 2024 nach Niederösterreich geholt: Elisabeth Bräutigam ist seither Vorständin der Landesgesundheitsagentur (LGA) und trat mit dem Amt gleichzeitig eine riesige Verantwortung für die Menschen im Land an. Denn mit der Medizinerin, Juristin und Managerin soll die größte Umstrukturierung des Gesundheitswesens im Bereich der Kliniken und Pflegezentren erfolgen, die es je gegeben hat. Die Zusammenlegungen, Schließungen und Kürzungen – im „Gesundheitspakt 2040+“ des Landes angeführt – stoßen, wie oft berichtet, vielerorts auf massiven Widerstand.
„Viele Mitarbeiter können aufatmen“
„Der neue Plan, der jetzt steht, ist für viele Mitarbeiter aber auch eine echte Erleichterung. Als ich gekommen bin, waren soviele Gerüchte im Umlauf, was angeblich alles bald zusperren soll, viele hatten Angst um ihre Zukunft. Jetzt ist vieles klar definiert, also auch, wo etwas ausgebaut werden soll und welche Standorte verstärkt werden. Im Endeffekt kannst du jetzt deine berufliche Zukunft selbst gestalten“, streicht Bräutigam hervor, dass sich mit dieser neuen Perspektive viel Positives entwickle und viele Mitarbeiter für die neu gewonnene Stabilität äußerst dankbar wären.
Die Menschen würden bei schweren Leiden Spezialisten fordern, die man aber nur in Schwerpunktspitälern mit hoher Fallzahl und damit gebündelter Expertise hervorbringen kann. Es gehe aber auch darum, wohnortnahe und abgestuft zu versorgen. Und: „Eine medizinische Basisversorgung muss überall sein“, stellt Bräutigam klar. Vielen kritisierten Maßnahmen stünden viele gute Punkte gegenüber, die „die Kollegen in den Häusern“ vertreten und topmotiviert umsetzen würden – „alleine von der Zentrale aus kannst du das ohne Unterstützung in den Häusern nicht machen.“
Ohne Unterstützung in den Häusern ist das alleine von der Zentrale aus nicht machbar.

LGA-Chefin Elisabeth Bräutigam zur „Krone“.
Bild: Imre Antal
Neue Abteilungen in Spitälern
Aber was wurde bis auf Schließungen seit dem Landesbeschluss des Gesundheitspakts im März umgesetzt? „Die Palliativstationen wurden in Hollabrunn und in Amstetten eröffnet. Die Akutgereatrie in Stockerau ging im Herbst als neuer Standort in den Regelbetrieb über“, betont Bräutigam neu aufgebaute Stationen in den Krankenhäusern. Mit Ende Jänner werden zwei weitere Akutgeriatrien in Klosterneuburg und Mödling an den Start gehen – weitere Beispiele zu neuer, physisch fassbarer Struktur, wie die LGA-Chefin meint. Wie auch, dass am Universitätsklinikum St. Pölten eine neue Psychiatrie-Abteilung aufgesperrt hat, die weiter ausgebaut wird.
Musterprojekte sollen OP-Notstand beseitigen
Möglich sei auch das Vorzeigeprojekt „HNÖ“ durch die Verlagerung der Geburtshilfe von Klosterneuburg nach Tulln geworden. Denn in ersterem Spital können seit Herbst kleinere HNO-Eingriffe an Kindern vorgenommen werden, wie etwa Rachenmandelentfernungen. Aber auch bei chronischen Mittelohrergüssen, die die Entwicklung der Kinder beeinflussen können, ist die Warteliste, die im Sommer noch 1500 zählte, auf unter 1000 gesunken.
Neuer Meilenstein in der Krebsbekämpfung
Ein weiterer Meilenstein in der Krebsbekämpfung wird nun aufgebaut. Nach den etablierten „Tumorboards“ in den Regionen, wo Spezialisten aus mehreren Fächern und Häusern über Behandlungen beraten, soll bald ein landesweites Tumorboard bei selteneren und hochkomplexen Krebsarten, wie Leukämie, für die Patienten zur Stelle sein.
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