Tirol ist das erste und einzige Bundesland ohne neue Schulden. Lob gibt es dafür von Seiten der Opposition keine. Claus Meinert, Chefredakteur der „Tiroler Krone“, wünscht sich für das neue Jahr manchmal mehr Respekt für das Tun von politischen Gegnern.
Zum Jahresfinale gehört dazu, zurückzublicken. In den vergangenen Tagen hat die „Tiroler Krone“ in einer Serie viele Ereignisse noch einmal ins Gedächtnis gerufen, die 2025 prägten. Dazu gehörte freilich auch ein politischer Rückblick.
Dabei fällt auf (nicht nur in diesem Jahr), dass es immer mehr die Marktschreier und Phrasendrescher sind, die das Kommando übernehmen. Ehrliche Politik wird von den Menschen oft gar nicht mehr wahrgenommen und gehört, weil sie oftmals als langweilig empfunden wird. Weil sie manchmal auch weh tut, vor allem, wenn in den Kassen Ebbe vorherrscht.
Längst vergessene Zeiten
Wenn die aktuelle Tiroler Landesregierung als einzige im Bundesländervergleich keine neuen Schulden macht, nimmt man das maximal zur Kenntnis. Kein Beifall, kein Lob. Hätte sie neue Schulden gemacht, wäre der Aufschrei der Oppositionsparteien wohl groß gewesen. Aber es gab auch Zeiten, da hatten politische Gegner die Stärke, einer Regierung Respekt für ihr Tun zu zollen. Diese scheinen vorbei. Letztlich ist es eben einfacher, im Chor der Dauerpessimisten mit zu summen, als den Taktstock in die Hand zu nehmen und den Ton vorzugeben.
Wirklich arbeitende Politiker – die gibt es nach wie vor – werden gerne als „blass“ dargestellt. Den Seitenblicke-Gestalten wird hingegen der rote Teppich ausgerollt und so mancher sehnt sich sogar nach einem Selfie mit diesen. Eine schräge Entwicklung, kann man da nur sagen – aber schräg scheint in vielen Bereichen „in“ zu sein.
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