Große Pendler-Karte

Schicksal in NÖ: 80 Prozent müssen pendeln

Niederösterreich
03.12.2025 06:00

Der tägliche Stau zur Arbeit ist in Niederösterreich kein Einzelschicksal. 80 Prozent müssen pendeln – in den nächsten Bezirk oder gar das Nachbarbundesland. Nur: Die Öffi-Anbindungen sind in vielen Fällen unzureichend, weswegen die Arbeiterkammer nicht nur die Wiederbelebung eingestellter Bahnlinien fordert. 

Niederösterreich ist ein Pendler-Land. Nur 20 Prozent der unselbstständig Berufstätigen haben einen Job am Wohnort. „Für die anderen 80 Prozent ist der tägliche Weg zur Arbeit oft eine enorme Herausforderung“, sagt Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer (AKNÖ). Zeitaufwand, Stress und die dadurch verursachte gesundheitliche Belastung machen den Pendler zu schaffen.

Mit AKNÖ-Verkehrsexpertin Hannah Berger präsentierte Wieser in St. Pölten die neueste Pendler-Analyse. Und die Zahlen der Statistik Austria haben es in sich. Knapp ein Drittel der Arbeitnehmer muss in einen anderen NÖ-Bezirk auspendeln, 26 Prozent verschlägt es täglich nach Wien.

Mehr Jobs in Statutarstädten
Insgesamt müssen mehr als 219.000 Niederösterreicher zum Job ein anderes Bundesland. Der Pendlersaldo – also die Differenz zwischen Ein- und Auspendlern – ist landesweit negativ (minus 102.000). Auch in den meisten Bezirken. Ausgenommen sind die Statutarstädte sowie die Bezirke Mödling, Bruck an der Leitha und Lilienfeld.

Die große Grafik zeigt, wie viele Bewohner welcher Bezirke pendeln müssen:

Öffis oft auf der Kriechspur
Der Weg in die Arbeit ist 31 Kilometer weit, 30 Minuten werden dafür aufgewendet – durchschnittlich. Viele Pendler können davon nur träumen. Denn 40 Prozent sind am Wohnort gar nicht oder kaum an Öffis angebunden. Klar, dass es sich auf den Straßen staut. „Um ins nächste regionale Zentrum zu kommen, benötigt man mit Öffis durchschnittlich 66 Prozent mehr Zeit als mit dem Auto. Im Bezirk Hollabrunn sogar 122 Prozent“, rechnet Berger vor.

Jeden Job mit Öffis erreichen
Die Forderungen der AKNÖ: mehr Homeoffice und Online-Besprechungen, vor allem auf dem Land mehr Coworking-Arbeitsplätze. „Zudem muss jeder Arbeitnehmer seine Arbeitsstätte mit Öffis erreichen können“, betont Wieser. Dazu sei der Ausbau der Bus- und Bahnverbindungen nötig. Und auch eingestellte Bahnlinien – etwa die Donauuferbahn – sollten für den Berufsverkehr wiederbelebt werden.

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