19.03.2014 12:47 |

Massaker in Italien

Killerkommando tötete Mafioso, Freundin und Kind

Ein besonders brutaler Mafiamord, der sich am Montag in der italienischen Region Apulien ereignet hat, sorgt für Entsetzen im Land. Ein 43-jähriger Mafioso, der bereits wegen zweifachen Mordes im Gefängnis war, seine Lebensgefährtin und deren vierjähriges Kind wurden von einem Killerkommando erschossen. Zwei weitere Kinder, die sich zur Tatzeit im Auto des Pärchens befunden hatten, überstanden den Angriff in Palagiano körperlich unversehrt. Sie befinden sich an einem sicheren Ort und werden von der Polizei beschützt.

Einer der Ermittler meinte gegenüber der Online-Ausgabe der britischen Zeitung "Daily Mail": "Das war ein Massaker. Das Kind hatte keine Chance und starb gemeinsam mit der Mutter." Die 30-jährige Frau war auf dem Beifahrersitz gesessen, das Kind auf ihrem Schoß.

Das Pärchen und ihre drei Kinder waren gerade mit ihrem Auto unterwegs, als ihr Fahrzeug plötzlich von der Fahrbahn gedrängt wurde. Der rote Daewoo krachte gegen die Leitplanke und blieb stehen. Daraufhin eröffneten die bisher unbekannten Täter das Feuer.

Zwei Kinder als einzige Augenzeugen
Über die Motive rätseln die Carabinieri noch. Ein Racheakt in Zusammenhang mit Drogenschmuggel erscheint den Ermittlern aber als wahrscheinlichstes Motiv. Die zwei Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sind die einzigen Augenzeugen, von denen man sich wichtige Informationen erhofft.

Der Dreifachmord löste Bestürzung aus. Bei Mafia-Anschlägen würden immer häufiger auch Kinder getötet, sagten Ermittler. Bisher zählte es zum Ehrenkodex der Mafiosi, Kinder bei Anschlägen zu verschonen. Im Jänner waren in Kalabrien ein dreijähriges Kind, sein Großvater und dessen marokkanische Lebensgefährtin von einer Mafiabande getötet und verbrannt worden.

Zusätzliche Polizisten in Region entsandt
Premier Matteo Renzi zeigte sich wegen des jüngsten Anschlags erschüttert. "Ich empfinde einen furchtbaren Schmerz, ich bin selber Vater", so Renzi. Der Regierungschef entsandte 60 zusätzliche Polizisten in die apulische Provinz Tarent, um die Ermittlungen zu intensivieren.

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