Mi, 20. Juni 2018

Seelengeschichte

16.12.2005 11:04

Soul Calibur III

"Soul Calibur" gilt für viele Fans des Beat'em Up als das Prügelspiel schlechthin. Die Macher von Namco präsentieren nun den dritten Teil rund um das sagenumwobene Schwert. Trotz beeindruckender Grafik hinterlässt das Spiel einen gemischten Eindruck.

Bereits das Intro weiß mehr als nur zu Überzeugen: Hier zeigen die Entwickler von Namco, dass aus der Playstation 2 noch immer einiges rauszuholen ist. Keine Spur von Kantenflimmern oder sonstigen Bildfehlern. Daraufhin findet sich der Spieler in einem umfangreichen Menü wieder, welches ihm insgesamt fünf Spiel-Modi zur Verfügung stellt.

Zum einem wäre da das Training, in dem ungeübte Spieler, alleine oder unter Anleitung eines ehrwürdigen Meisters, die Basics des stilvollen Prügelns erlernen können. Einmal mit der Steuerung vertraut, kann man entweder direkt im Weltmeisterschafts-Modus ein ganzes Turnier absolvieren oder im "Seelen-Arena"-Modus es ein wenig ruhiger angehen lassen und einzelne Kämpfe absolvieren.

Die wesentlichen Spiel-Modi sind jedoch die "Chroniken des Schwertes", bei dem sich Strategie und Beat'em Up vermischen, sowie die "Seelengeschichte". Hier gilt es das Leben der einzelnen Charaktere kennenzulernen. Mehr als 18 Kämpfer stehen übrigens zur Auswahl. Während auch alte Hasen - wie Voldo, Raphael oder Taki - wieder mit von der Partie sind, gesellen sich auch drei neue Streiter hinzu: der Sensenmann Zasalamel, der aufreizende Todesengel Tira oder die Geisha Setsuka.

Eigene Figur erschaffen
Wer mit dieser Auswahl nicht zufrieden ist, der erstellt unter dem Menüpunkt "Charaktererstellung" ganz einfach seinen eigenen Recken. Nach der Festlegung auf einen "Beruf" (beispielsweise Kämpfer oder Tänzerin), der maßgeblich für die Bewegungsabläufe der Figur verantwortlich ist, können hier in aller Ruhe Aussehen und Farbe des Körpers und der Kleidung bearbeitet werden. 

Lesen, lesen und nochmals lesen
Doch zurück zum Spiel, einem Spiel-Modus, der vor allem Leseratten begeistern dürfte. Irgendwie hat man hier den Eindruck, sich in einem Textadventure wieder zu finden. Nach der Wahl eines Charakters und einer dazugehörigen Waffe, wird uns der Lebenslauf der Figur als langatmiger Text präsentiert. Zwischendurch wird das Lesen durch äußerst spektakuläre, aber recht kurze Kämpfe unterbrochen. Gelegentlich wird der Spieler dann vor die Wahl gestellt, welche Aufgabe er als nächstes in Angriff nimmt. Hier wird versucht dem Spiel Inhalt zu vermitteln, der aber eigentlich nur für Fans der Serie von Bedeutung sein dürfte. Zudem dürften Einsteiger auch trotz niedrigem Schwierigkeitsgrad schnell an ihre Grenzen stoßen. Blindes Tasten-Drücken ist nicht.

Prügeln mit Strategie
In den "Chroniken des Schwertes" geht man weg vom Textadventure und versucht Strategie, Rollenspiel und Prügelei unter einen Hut zu bringen. In einer Draufsicht steuern wir unsern Charakter über eine Landkarte und dreschen auf strategische Ziele ein, beispielsweise einen Wachturm. Liegt dieser in Schutt und Asche, dann kommt es zum Entscheidungskampf. Siegen wir, so wird ein neuer Turm unter unserer Flagge errichtet und wir bekommen Erfahrungspunkte, mit denen wir einen Level aufsteigen können. Haben wir alle gegnerischen Festungen erobert, so ist die Mission gemeistert.

Grafik, Sound und Gameplay
Grafisch ist "Soul Calibur III", wie von Namco auch nicht anders zu erwarten, ein echter Hingucker. Stimmungsvolle Arenen, tolle Effekte, flüssige Bewegungsabläufe und hübsche Filmsequenzen runden den optisch perfekten Gesamteindruck ab. Die Steuerung ist präzise und ginge im Prinzip leicht von der Hand, wäre da eben nicht der hohe Schwierigkeitsgrad. Musikalisch gibt man sich asiatisch-mythisch, die Sprachausgabe ist gut gelungen, liegt aber nur in englischer Sprache vor.

Fazit: "Soul Calibur III" versucht einem Beat'em Up mehr Tiefe zu verleihen, kratzt dabei aber nur an der Oberfläche. Lässt man die überflüssigen Spiel-Modi beiseite und steigt direkt ins Prügel-Geschehen ein, dann bietet "Soul Calibur III" grundsolide und perfekt gemachte Beat'em Up-Kost. Die Unmengen an Text dürften hingegen nur für Fans der Serie interessant sein.

Platform: PS2
Publisher: Sony
Krone.at-Wertung: 82%
 

von Sebastian Räuchle

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