17.03.2014 10:43 |

Kolumbien

Längster Bürgerkrieg der Welt könnte bald enden

Seit 1964 kämpfen die Rebellen der FARC in Kolumbien gegen die Regierung, nun könnte der längste Bürgerkrieg der Welt endlich zu einem Ende kommen. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hofft noch heuer auf einen historischen Friedensvertrag. Damit könnte ein weiteres Problem eingedämmt werden: die Versorgung des Weltmarkts mit kolumbianischem Kokain.

Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo, Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee, lautet die vollständige Bezeichnung der Guerillakämpfer. Seit 1948 tobten in Kolumbien blutige Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen politischen Lagern, die schließlich zur Abspaltung unabhängiger Republiken in abgelegenen Landesteilen führten.

1964 marschierte die Armee unter Mithilfe der CIA ein und tötete zahlreiche Kämpfer, woraufhin sich die Überlebenden dem Guerillakampf verschrieben. Die FARC ist allerdings weit entfernt vom linksgerichteten Ideal - Entführung, Erpressung und der Anbau und Handel mit Coca zur Kokainherstellung stehen auf der Tagesordnung. Geschätzte 220.000 bis 250.000 Menschen kamen seither gewaltsam um, mindestens 4,3 Millionen mussten flüchten.

Verhandlungen auf Kuba
Zahllose Versuche, Frieden zu schließen und die Rebellen zu entwaffnen, sind schon fehlgeschlagen. Doch nach 50 Jahren Bürgerkrieg soll es nun tatsächlich bald so weit sein, zeigt sich Präsident Santos zuversichtlich. Gegenüber dem britischen "Guardian" sagte er: "Hoffentlich werden wir dieses Abkommen Ende des Jahres erreicht haben." Schon seit Monaten wird aus diesem Grund in Havanna, Kuba, verhandelt.

Eindämmung des Kokainanbaus als ein Ziel
Das Land sei an einem Wendepunkt angekommen, so Santos, man baue Bedingungen für einen andauernden Frieden auf und verändere damit die Geschichte des Landes. Doch auch der Rest der Welt könnte profitieren: "Wenn wir uns darauf einigen können, Drogenhandel zu bekämpfen und Cocapflanzen durch legale Pflanzen zu ersetzen, wird das eine große Auswirkung auf die Welt haben, denn leider waren wir die letzten 40 Jahre der Hauptlieferant dieser Droge."

Politische Gegner glauben nicht an Erfolg
Vor den Präsidentschaftswahlen im Mai gibt es allerdings auch zahlreiche Kritiker. So sagte etwa Gegenkandidat Oscar Ivan Zuluaga, die Guerilla-Kämpfer würden trotz der Friedensverhandlungen weiterhin angreifen. Santos nütze die Gespräche lediglich für die Wiederwahl, doch es gebe "kein Zeichen echten Fortschritts", so Zuluaga.

Diplomaten und Wissenschaftler, die den Fortgang der Verhandlungen betrachten, widersprechen allerdings laut "Guardian". Die Chancen auf eine Einigung und dauerhaften Frieden seien, auch wegen der Hilfe durch Staaten wie Kuba und Venezuela, größer als je zuvor.

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