09.03.2014 17:24 |

Absturz oder Terror?

Immer mehr Rätsel um verschollenen Flug MH370

Absturz, Entführung oder Terroranschlag: Nach dem mysteriösen Verschwinden einer Boeing 777 in Südostasien ermitteln die Fahnder mit Hochdruck in alle Richtungen. Laut Radaraufnahmen könnte das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord kurz vor seinem Verschwinden umgedreht sein, hieß es am Sonntag. Das erschwert die Suche, da Rettungskräfte nun einen viel größeren Radius nach dem Flugzeug absuchen müssen. Am Nachmittag wurden möglicherweise erste Überreste des Flugzeugs im Meer gefunden.

"Die Besatzung eines Flugzeuges hat mitgeteilt, zwei Trümmerteile entdeckt zu haben", sagte ein vietnamesischer Behördenvertreter. "Sie scheinen von einem Flugzeug zu stammen", so der Mann weiter. Der Fundort liege nahe der vietnamesischen Insel Tho Chu im Golf von Thailand.

Die internationale Suchaktion läuft weiter auf Hochtouren. Schiffe und Flugzeuge aus Vietnam, China, den USA, Malaysia, den Philippinen und Singapur durchkämmen ein riesiges Meeresgebiet mit einer Fläche von rund 10.000 Quadratkilometern. Eine mögliche Spur hat sich am Sonntag zerschlagen: Jener "ungewöhnliche Gegenstand", der am Vortag im Bereich der vermuteten Absturzstelle auf dem Meer gesichtet worden war, war lediglich "ein Stück Holz", teilten die Behörden mit.

Terrorermittlungen laufen
Gleichzeitig gehen die Ermittler weiterhin Hinweisen auf einen möglichen Terroranschlag nach. Mindestens zwei Menschen sollen mit gestohlenen Pässen unterwegs gewesen sein. Angehörige der überwiegend chinesischen Fluggäste warteten in Chinas Hauptstadt Peking verzweifelt auf Neuigkeiten zum Schicksal der Passagiere.

Auf YouTube ist mittlerweile eine Vielzahl von Videos aufgetaucht, die das Verschwinden des Unglücksfluges von den Radarschirmen zeigen sollen.

Die Radarhinweise zur Umkehr der Maschine überraschten, weil der erfahrene Pilot nach bisherigen Erkenntnissen vor dem Verschwinden keine Probleme an Bord meldete. Er sendete auch kein Notsignal aus, es herrschte gutes Flugwetter. Der Kontakt zur Boeing 777-200 der Malaysia Airlines war Samstag früh zwei Stunden nach dem Start in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur mit Ziel Peking abgebrochen, kurz bevor die Maschine den vietnamesischen Luftraum erreichen hätte sollen.

Mindestens zwei Tickets mit gestohlenen Pässen gebucht
Der Terrorverdacht kam auf, weil offenbar mindestens zwei Passagiere ihre Flugtickets mit gestohlenen Pässen kauften. Ein Italiener und ein Österreicher, deren Namen auf der Passagierliste standen, meldeten sich in ihren Heimatländern und berichteten, dass ihnen die Pässe vor ein bzw. zwei Jahren in Thailand gestohlen worden waren (siehe Infobox). Die Tickets auf ihre Namen wurden gleichzeitig erworben, wie CNN berichtete. Sie sollen über die chinesische Fluggesellschaft Southern Airlines gekauft worden sein.

Auch die Identität weiterer europäischer Passagiere werfe Fragen auf, sagte Malaysias Transportminister. Die gesamte Passagierliste werde nun überprüft. Am Sonntag meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, dass ein dritter Passagier mit einem gefälschten Pass unterwegs gewesen sei. Die Passnummer gehöre zu einer Person aus der Provinz Fujian, die ihren Wohnort jedoch nicht verlassen habe.

Fünf eingecheckte Passagiere gingen nicht an Bord
Auch weitere Details lassen den Flug MH370 mysteriös erscheinen. Laut malaysischen Behörden hatten fünf Passagiere eingecheckt, gingen aber nicht an Bord. Ihr Gepäck sei vor dem Abflug aus der Maschine entfernt worden. Weil an Bord auch Amerikaner waren, hat sich die US-Bundespolizei FBI in die Ermittlungen eingeschaltet.

Ein malaysischer Sicherheitsexperte sagte, das plötzliche Verschwinden habe Parallelen zum PanAm-Flug 103, der 1988 über dem schottischen Ort Lockerbie nach einem Bombenanschlag explodiert war. Die Piloten hätten möglicherweise keine Zeit mehr gehabt, ein Notsignal abzusetzen.

Unglücksmaschine vor zwei Jahren in Unfall verwickelt
Die Fluglinie räumte am Sonntag ein, dass die Unglücks-Boeing im August 2012 im chinesischen Shanghai in einen Unfall auf dem Rollfeld verwickelt war. Bei einer Kollision mit einer anderen Maschine riss damals etwa ein etwa ein Meter großes Stück an der Spitze einer Tragfläche ab. Der Schaden sei repariert, die Maschine von den Behörden wieder für völlig flugtauglich befunden worden.

Äußerst rätselhaft erscheint auch eine Meldung chinesischer Medien, wonach Angehörige eines Insassen am Sonntag kurz Kontakt zu dessen Handy herstellen konnten. Das Telefon soll bei dem Anruf kurz geklingelt haben, bevor die Verbindung unterbrochen wurde.

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