Interesse im Ausland:

„Erste Hilfe“-Modell für die Pflege entwickelt

Niederösterreich
08.11.2025 13:00

Dauernd ungeplant einspringen zu müssen, treibt viele Pflegekräfte an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und darüber hinaus. Das neue Modell des niederösterreichischen Spitalsbetreibers LGA wurde in den letzten Jahren entwickelt, wird immer weiter ausgerollt und findet auch Anklang im  gesamten deutschsprachigen Raum.

Gerade in Mangelberufen ist es oft besonders schmerzhaft, wenn ein Kollege zusätzlich noch ausfällt. In der Pflege führte das nicht nur einmal dazu, dass Mitarbeiter in Spitälern und Pflegeheimen unter der Last der Erschöpfung zusammengebrochen sind und entweder Stunden reduzieren mussten, oder den Beruf wechselten.

Mitarbeiter im Pool-System
2021 forderte der Zentralbetriebsrat der NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA) mehr Dienstplanstabilität. Damit wurden Versuche gestartet, die schlussendlich in einem Modell gipfelten, das die LGA jetzt auch beim Springerpoolsymposium im deutschen Münster vor Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz vorstellte und viel Anklang fand.

Das Modell des heimischen Spitals- und Pflegeheimbetreibers, das im Wesentlichen auf Reserve-Pools basiert, baut auf drei Säulen auf. Eine sind die Mitarbeiter im Standby-Dienst, die in einem gewissen Zeitraum angerufen werden können, um für plötzliche Ausfälle einzuspringen. Als zweite Säule gibt es klinikinterne Poolingteams, die auch in anderen Kliniken eingesetzt werden können. Und zum Dritten gibt es Pflegepools, aus denen Kräfte in definierten Regionen bei kurzfristigen Personalausfällen in den Pflege- und Betreuungszentren aushelfen können.

Modell wird in Niederösterreich ausgerollt
„Mit diesem Modell ist es gelungen, einen neuen Standard zu setzen. Es ist ein klares Signal für Wertschätzung und macht den Beruf attraktiver“, lobt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. „Eine größere Dienstplanstabilität sorgt für eine bessere Entlastung der Pflegekräfte vor Ort“, meinen Spitalslandesrat Anton Kasser und Pflege-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. Zentralbetriebsratsvorsitzender Gottfried Feiertag betont die Dienstplanstabilität als essenziellen Faktor für Mitarbeiterfindung und -bindung.

Zentralbetriebsratsvorsitzender Gottfried Feiertag, Josephine Markau (stellte das Projekt beim ...
Zentralbetriebsratsvorsitzender Gottfried Feiertag, Josephine Markau (stellte das Projekt beim Symposium in Münster vor), Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Personalleiter Rupert Schreiner, Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, LGA-Vorstand Gerhard Dafert, Pool-Mitarbeiterin Anna Dienst, Landesrat Anton Kasser und Nicole Gierer vom Zentralbetriebsrat (von links).(Bild: NLK Filzwieser)
Ausrollung im Weinviertel 2026: Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister mit der Bewohnerin ...
Ausrollung im Weinviertel 2026: Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister mit der Bewohnerin Karoline Jogl, der stellvertretenden Geschäftsführerin der Gesundheit Weinviertel GmbH, Doris Slama und der Leitung des neuen Pflegepools für die PBZ des Weinviertels, Sandra Gröger (von links).(Bild: ZVG)

In mehr als einem Dutzend Gesundheitseinrichtungen wird zumindest ein Teil bereits umgesetzt. Im Heimbereich wurde im Vorjahr in der Thermenregion mit dem LGA-Pflegepool gestartet. „Ab Jänner 2026 soll dieser auch stufenweise auf das Weinviertel ausgerollt werden“, kündigt Teschl-Hofmeister an.

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