Theater im Bahnhof

Live-Gaming-Theater mit Showdown im einsamen Wald

Steiermark
07.11.2025 17:00

Die beiden Grazer Kollektive Theater im Bahnhof und Total Refusal laden zu einem faszinierenden Live-Gaming-Abend ins TiB-Quartier. Zwei höchst unterschiedliche künstlerische Ansätze führen in „Let‘s play I am old and tired“ zu einem zukunftsweisenden Ereignis.

Wie bringt man das im Wilden Westen angesiedelte Computerspiel Red Dead Redemption II und den Literaturklassiker „Walden“ von Henry David Thoreau zusammen? Ganz einfach: Man lässt die beiden Kollektive Total Refusal und Theater im Bahnhof zusammenarbeiten. Mit höchst unterschiedlichen künstlerischen Backgrounds und ziemlich ähnlichen Ansprüchen in Sachen Gesellschaftskritik entwächst daraus das Live-Gaming-Theater „Let’s play I am old and tired“.

Die Welt braucht keine müden Helden
Gemeinsam entwerfen Susanna Flock und Robin Klengel sowie Jacob Banigan, Lorenz Kabas, Johanna Hierzegger und Moke Rudolf-Klengel auf dem Computer eine neue Bühnenform. Der Protagonist in ihrem Spiel ist kein jugendlicher Held mit unbegrenzter Energie, sondern ein sich nach Einsamkeit und Ruhe sehnender Mensch, der genug von seinem „bad“ Screen (der dem Job und alltäglichen Verpflichtungen vorbehalten ist) hat und ein paar Stunden am „good“ Screen (der steht fürs Vergnügen) entspannen will. Eines gleich vorweg: Das geht schief! Denn ein passiver und motivationsloser Held ist als Vorbild in unserer von Kapitalismus und Leistung geprägter Welt nicht erwünscht.

Das machen nicht nur Flock und Klengel in ihrer eingeschobenen Lecture deutlich, das zeigen auch die Computer, die sich gegen dieses träge Spiel zur Wehr setzen. Und selbst die von Kabas beigesteuerten Texte Thoreaus arbeiten dagegen. Da haben Banigan und sein schreiend komischer, hölzerner Avatar keine Chance.

Eingeschobene Lecture von Susanna Flock und Robin Klengel.
Eingeschobene Lecture von Susanna Flock und Robin Klengel.(Bild: Johannes Gellner)

Der oft schwarze Humor des Abends macht es leichter, das Ausgeliefertsein an ein System (ob im Leben oder im Computerspiel) zu ertragen. Ein bisschen Beklemmung bleibt aber doch, auch wenn man sich bei dieser in die Bühnenzukunft weisenden Theaterproduktion bestens amüsiert hat. Noch zu sehen bis 22. November und dann wieder im Jänner.

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