Wollte Asyl

Passagierflugzeug von Kopilot nach Genf entführt

Ausland
17.02.2014 13:34
Ein Passagierflugzeug der Ethiopian Airlines, das mit 200 Passagieren an Bord aus Addis Abeba Richtung Rom unterwegs war, ist nach einer Entführung am frühen Montagmorgen in Genf gelandet. Beim Entführer handelt es sich laut dem Geschäftsführer des Airports um den Kopiloten der Maschine. Der Mann aus Äthiopien habe die Kontrolle über das Flugzeug übernommen, als der Pilot kurz zur Toilette gegangen war, hieß es weiter. Der Entführer wollte Asyl in der Schweiz beantragen und ließ sich am Flughafen ohne Widerstand festnehmen.

Der Flughafen war zwischenzeitlich geschlossen, die Polizei war mit einem Großaufgebot an Spezialkräften vor Ort postiert. Nach Angaben von Ethiopian Airlines hätte die Maschine aus Addis Abeba um 4.40 Uhr in Rom landen sollen. Sie sei dann um kurz nach 6 Uhr in Genf gelandet, sagte ein Polizeisprecher.

Situation unter Kontrolle, Passagiere unverletzt
Die mehrheitlich italienischen Passagiere, die nicht über die Entführung informiert wurden, hätten nach der Landung medizinische und psychologische Betreuung erhalten. Einige von ihnen seien auch zu den Vorfällen befragt und durchsucht worden. Die Situation sei unter Kontrolle, sagte der Polizeisprecher weiter.

Das Flugzeug war nach einem abgesetzten Notsignal durch den Kopiloten über dem Sudan von zwei Kampfflugzeugen des Typs Eurofighter aus Italien begleitet worden. Zunächst hatte die Maschine keine Landeerlaubnis in Genf. Nach minutenlangem Kreisen über dem Airport durfte das Flugzeug wegen akuten Treibstoffmangels aber landen.

Zunächst hatte der Kopilot dem Bodenpersonal in Genf nämlich gemeldet, dass sein Flieger aufgetankt werden müsse und deshalb eine Zwischenlandung notwendig sei. Erst später gab er zu erkennen, dass es sich um ein Kidnapping handelt.

Kopilot werden geringe Chancen auf Asyl eingeräumt
Der Kopilot gab an, sich in seinem Land in Gefahr zu befinden, weshalb er um politisches Asyl ansuchte. Der Genfer Oberstaatsanwalt Olivier Jornot äußerte Zweifel an den Chancen des Luftpiraten, Asyl zu bekommen. Es gebe zwar eigentlich keinen Zusammenhang zwischen einem Asylantrag und der Tatsache, dass der Mann eine Straftat begangen habe. "Aber ich denke, seine Chancen sind nicht sehr groß", sagte Jornot vor Reportern.

Demnach sollte der Entführer von Polizei und Justizvertretern befragt werden. Für eine Geiselnahme könnte ihm eine Höchststrafe von 20 Jahren drohen.

Äthiopiens Informationsminister Redwan Hussein erklärte, die Behörden hätten Ermittlungen zu dem Vorfall eingeleitet. Er stehe in Kontakt zum Chef der Fluggesellschaft, um herauszufinden, was mit dem Kopiloten "nicht stimmt", sagte Hussein.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele