Mit einer Anzeige und schweren Vorwürfen von Tierschützern endete die Hundeschau in Tulln in Niederösterreich. Doch der Veranstalter wehrt sich dagegen.
Große und kleine Tierfreunde zog es zuletzt auf das Gelände der Messe Tulln. Bei „Du & das Tier“ drehte sich alles rund um die Vierbeiner. Besonders im Mittelpunkt standen dabei die Hunde. Mehr als 250 Rassen waren zu sehen, die schönsten Fellnasen wurden bei der sogenannten Championshipshow von einer strengen Jury bewertet.
Doch Tierschützer haben nun mit einer Anzeige gegen den Veranstalter, den Österreichischen Kynologenverband (ÖKV), reagiert. Denn trotz gesetzlicher Beschränkungen und Ausstellungsverbote seien dort auch Qualzuchten gesehen worden – also Rassen, die an teils massiven Gesundheitsproblemen leiden.
Falten, gebogene Knochen, viel zu lange Haare
„Mops, Chinesischer Faltenhund, Bulldogge, Bordeaux-Dogge, mexikanischer Nackthund oder Bullmastiff waren dabei. Keines dieser Tiere mit den vielen Falten, gebogenen Knochen oder viel zu langen Haaren hätte ohne die dauernde ,Behütung’ durch den Menschen, der all jene Probleme erst verursacht hat, überhaupt eine Überlebenschance“, kritisiert Tom Putzgruber, der Obmann des Vereins RespekTiere.
Er verweist darauf, dass zwar einst bestimmte Rassen und Merkmale inklusive einer Übergangsfrist von zehn Jahren eindeutig als Qualzucht identifiziert worden sind, sich seither aber kaum etwas verändert habe. „Der Gesetzgeber ist sogar wieder einen Schritt zurückgetreten. Wenigstens gibt es mittlerweile eine eigene Qualzuchtkommission, die dann all die Probleme beim Namen nennen wird und endlich Entscheidendes bewirken könnte“, so Putzgruber.
„Bloße Sichtung bedeutet nichts“
Der ÖKV wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Die bloße Sichtung solcher Hunderassen bedeutet nicht, dass es sich automatisch um Qualzuchten handelt“, betont Alexandra Messner, Büroleiterin des Dachverbands von rund 100 Hundeverbänden. Entscheidend sei immer der individuelle Gesundheitszustand. „Nur nachweislich gesunde Hunde ohne Qualzuchtsymbole sind teilnahmeberechtigt. Das wird streng kontrolliert“, so Messner. Um das zu gewährleisten, sind sieben Tierärzte vor Ort, auch die Richter des Bewerbs seien speziell geschult. Man sei in engem Austausch mit den Behörden.
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