Drama in Hamburg

Arzt: Brandstifter wollte Haus nicht anzünden

Ausland
10.02.2014 10:37
Seit die Nachricht die Runde macht, dass ein 13-Jähriger den tödlichen Brand in einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft gelegt haben soll, herrscht Entsetzen unter vielen Bewohnern der Hansestadt. Am Wochenende ist es sogar zu einem spontanen Trauermarsch vom Bahnhof Sternschanze zum Wohnhaus (Bild 2) gekommen, in dem am Mittwoch eine 33-jährige Frau und ihre beiden Kinder, sechs und sieben Jahre alt, bei einem Brand qualvoll ums Leben gekommen waren. Indes meldete sich auch die Familie des Brandstifters zu Wort.

Der Minderjährige, der die Tat unmittelbar nach seiner Ergreifung gestanden hat, befindet sich derzeit in einer psychiatrischen Klinik. Deren Leiter äußerte sich im Namen der Eltern gegenüber den Medien. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der verstorbenen Familie", erklärte der Direktor für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg, Michael Schulte-Markwort.

Arzt: "Die Folgen seines Handelns waren ihm nicht klar"
Der 13-Jährige sei laut dem Mediziner keineswegs ein notorischer Brandstifter. Außerdem sei die Tat weder politisch noch persönlich motiviert gewesen. "Es handelt sich um einen ungerichteten, aggressiven Impuls, der nicht vorhersehbar war. Am Mittwoch hatte er für alle unvorhersehbar und plötzlich den Impuls, Papier in einem ihm unbekannten Haus anzuzünden. Die Folgen seines Handelns waren ihm nicht klar. Keinesfalls wollte er das Haus anzünden", führte Schulte-Markwort weiter aus. Die Aufgabe der Klinik sei es nun, den Teenager so zu behandeln, dass "er trotz dieser schweren Schuld weiterleben kann".

Weiterleben - wenn auch mit tiefer Trauer - muss der Ehemann der verstorbenen Pakistanerin und Vater der erstickten Kinder. Er kam laut deutschen Medienberichten erst während der Löscharbeiten nach Hause und erfuhr von der schrecklichen Nachricht.

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