Mi, 15. August 2018

Kriegsverbrechen

27.01.2014 19:33

18 Jahre Haft für letzten Kosovo-Angeklagten

Das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien hat am Montag den im letzten Prozess um Kriegsverbrechen im Kosovo angeklagten ehemaligen stellvertretenden Innenminister Serbiens, Vlastimir Djordjevic, rechtskräftig zu 18 Jahren Haft verurteilt. Damit wurde die in erster Instanz ausgesprochene Haftstrafe von 27 Jahren um ein Drittel gekürzt. Djordjevic wird für den Tod Hunderter Albaner und die Vertreibung von weiteren Hunderttausenden in den Jahren 1998 und 1999 verantwortlich gemacht.

Etwa 800.000 Albaner sollen laut Anklage aus dem Kosovo vertrieben worden sein. Der einstige Polizeifunktionär Djordjevic hatte sich im Berufungsverfahren im Mai 2013 für die während des Kosovo-Krieges angerichteten Kriegsverbrechen entschuldigt. Er bedauere tief alle Opfer im Kosovo und die Leiden, welche ihre Familien ertragen hätten müssen, sagte damals Djordjevic.

Das Tribunal nahm in dem rechtskräftigen Urteil einige Beschwerden von Djordjevic hinsichtlich seiner Verantwortung für bestimmte Verbrechen an. Auf Antrag der Anklage wurde andererseits die Verantwortung von Djordjevic für Vertreibungen durch sexuelle Misshandlungen erkannt.

Noch immer müssen Massengräber freigelegt werden
Djordjevic war zwischen Juni 1997 und Jänner 2001 stellvertretender Innenminister Serbiens und für alle Polizeieinheiten im Kosovo zuständig. Nach dem Sturz des Regimes von Slobodan Milosevic wurden in Serbien mehrere Massengräber mit den Leichen von rund 800 Opfern aus dem Kosovo entdeckt, mehrere davon auf Übungsplätzen serbischer Sonderpolizeieinheiten. Im südserbischen Raska steht die Ausgrabung eines mutmaßlichen Massengrabes mit Leichen von Kosovo-Albanern erst bevor.

Djordjevic war im Juni 2007 in der montenegrinischen Küstenstadt Budva festgenommen und an das UNO-Tribunal überstellt worden.

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