Mi, 21. November 2018

Chaos in Argentinien

10.12.2013 16:13

Polizeistreik: Mehrere Tote bei Plünderungen

In mehreren argentinischen Provinzen herrscht derzeit Ausnahmezustand, weil große Teile der Polizei streiken und zahlreiche Menschen diesen Umstand nützen, um Geschäfte zum Teil gewaltsam zu plündern. Ausgangspunkt dieser Entwicklung war die Stadt Cordoba in der Vorwoche, doch mittlerweile haben sich die chaotischen Zustände auf insgesamt elf der 23 Provinzen ausgebreitet. Die Raubzüge in Geschäften forderten bereits mehrere Tote und über 100 Verletzte.

Vier Menschen wurden in Resistencia, der Hauptstadt der nordöstlichen Provinz Chaco getötet, wie die Nachrichtenagentur DyN unter Berufung auf Quellen in den Krankenhäusern berichtete. Unter den Opfern befindet sich auch ein Polizeioffizier, der an einer Schusswunde starb.

Zwei weitere Menschen kamen bei Plünderungen in der nordwestlichen Provinz Tucuman um. Ein Todesopfer wurde aus der Ortschaft Perico in der benachbarten Provinz Jujuy gemeldet. Ein Jugendlicher wurde dort bei einer Plünderung in einem Bekleidungsgeschäft erstochen. Wie der Nachrichtensender TN berichtete, hatte es der Messerstecher eigentlich auf den Kassier eines Bekleidungsgeschäftes abgesehen, aber irrtümlich den 15-Jährigen getötet. Über 100 Menschen seien in Jujuy festgenommen worden.

Ausschreitungen in elf der 23 Provinzen
Die Ausschreitungen halten in elf der 23 Provinzen des Landes an, nachdem die lokalen Polizeikräfte in den Streik getreten waren. Die Polizisten fordern höhere Gehälter. Die Bundespolizei mit ihren rund 60.000 Beamten ist von den Streiks nicht betroffen.

In Cordoba schätzt die lokale Handelskammer die Sachschäden der Plünderung von mehr als 1.000 Geschäften auf 100 Millionen Pesos (etwa zwölf Millionen Euro). Rund 200 Menschen waren dabei verletzt worden. In den darauffolgenden Tagen wurden rund 100 Menschen festgenommen, als sie versuchten, geplünderte Waren über das Internet zu verkaufen.

Bekanntes Phänomen in Argentinien
Plünderungen im Zuge von Protesten sind in Argentinien seit Ende der 1980er-Jahre ein weitverbreitetes Phänomen, das Beobachtern zufolge Ausdruck sozialer Spannungen ist. Ende 2001 hatte die schwere Wirtschaftskrise im Land gewaltsame Proteste ausgelöst, vor einem Jahr wurden in mehreren Städten im Zuge sozialer Unruhen Supermärkte geplündert.

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