Blutbad in Beirut
Doppelanschlag vor Irans Botschaft: Über 20 Tote
Durch die zwei Explosionen vor dem Botschaftsgebäude im Stadtviertel Bir Hassan im Süden der Metropole wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen mindestens sechs Gebäude auf dem Botschaftsgelände beschädigt.
Sprengstoffgürtel und Autobombe gezündet
Auf TV-Bildern waren verkohlte Leichen zu sehen, aus Fahrzeugen stieg Rauch auf. Der erste Terrorist hatte einen Sprengstoffgürtel gezündet, der zweite Attentäter hatte sich mit einer Autobombe in die Luft gesprengt.
Al-Kaida-nahe Gruppe bekennt sich zu Anschlag
Zu dem Bombenanschlag bekannte sich eine Islamistengruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. "Es handelt sich um einen Doppelanschlag, für den zwei unserer Helden, Sunniten aus dem Libanon, zu Märtyrern geworden sind", erklärte ein Vertreter der Abdallah-Assam-Brigaden via Twitter.
Der Iran wiederum machte Israel für den Anschlag verantwortlich. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Teheran erklärte, der Anschlag sei "ein unmenschliches und boshaftes Verbrechen", das "von Zionisten und ihren Söldnern" verübt worden sei.
Der iranische Botschafter in Beirut, Ghadhanfar Rokon Abadi, blieb bei dem Anschlag unverletzt. Er sagte: "Derartige Terroroperationen werden den Iran nicht von seinem Weg abbringen." Der libanesische Regierungschef Najib Mikati erklärte, es sei nicht akzeptabel, dass jemand versuche, "den Libanon als Schauplatz zu benutzen, um politische Botschaften in die eine oder andere Richtung von sich zu geben".
Syrien-Bürgerkrieg spaltet auch den Libanon
Die Gegend im Süden Beiruts gilt als Hochburg der schiitischen Hisbollah-Bewegung. Diese unterhält als einzige libanesische Partei eine eigene schwerbewaffnete Miliz und ist eng mit dem Iran verbündet.
Die Hisbollah unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad. Der Bürgerkrieg im Nachbarland spaltet auch den Libanon. Ein Teil der Bevölkerung unterstützt wie die Hisbollah die syrische Führung, andere Libanesen stehen hingegen hinter den Rebellen.
In den Hisbollah-Hochburgen im Süden Beiruts gab es bereits im Juli und August zwei Anschläge mit insgesamt 27 Toten.


















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