Unsicherheit herrscht an vielen Fronten – auch das Tiroler Paradeunternehmen Plansee musste ein Umsatzminus hinnehmen und das Personal reduzieren. Beim Bilanzgespräch wurden auch hausgemachte Gründe beim Namen genannt.
Beim jährlichen Bilanzgespräch in Breitenwang redete Vorstandsvorsitzender Karlheinz Wex nicht um den heißen Brei herum: „Seit Corona ist die Unsicherheit groß“ – und zunehmend sei die Plansee Group auch mit der „Abschottung der Märkte“ konfrontiert.
Unterhaltung und Luftfahrt boomten
Wo lagen die Lichtblicke und Schattenseiten? In Europa kühlte sich das Geschäftsklima ab, in China zeigte sich eine leichte Erholung. Branchenbezogen war die Nachfrage bei Maschinenbau, Autoindustrie und Halbleiterindustrie weiterhin verhalten. Von der Unterhaltungselektronik sowie der Luft- und Raumfahrt gingen hingegen spürbare Wachstumsimpulse aus.
Insgesamt ging der Umsatz um 1 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro zurück. Die Zahl der Mitarbeiter sank weltweit um 3 Prozent auf 10.890 Beschäftigte.
Angesichts dieser Rahmenbedingungen haben wir uns solide entwickelt.

Karlheinz Wex, Vorstandsvorsitzender
Bild: Plansee Group
Belastungen, die auch hausgemacht sind
Hohe Inflation und somit auch Kostensteigerungen in der Produktion belasteten den Konzern. Generell seien europäische Standorte weniger wettbewerbsfähig geworden, betonte Wex. Auf „Krone“-Nachfrage nannte er hohe Energiekosten (vor allem bei Strom), die Bürokratie und hohe Lohnabschlüsse als größte Sorgen. „Mittlerweile machen die Personalkosten 30 Prozent der Gesamtkosten aus“, erläuterte Wex. Positiv in den stürmischen Zeiten: Die Eigenkapitalquote wurde von 57 auf 59 Prozent gesteigert. 150 Millionen Euro (zuvor 209 Millionen) wurden 2024/25 investiert.
Ausblick: Entwicklung auf Vorjahresniveau
Der Vorstand erwartet im laufenden Geschäftsjahr keine Beruhigung im wirtschaftlichen Umfeld und Wachstumsimpulse allenfalls in einigen ausgewählten Industrien. Insgesamt rechne man mit einer Entwicklung auf Vorjahresniveau. An den zentraleuropäischen Standorten sehe man eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit aufgrund anhaltend hoher Energie-, Personal- und Bürokratiekosten.
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