14.11.2013 17:18 |

Datenaustausch kommt

Liechtenstein verabschiedet sich vom Bankgeheimnis

Das Fürstentum Liechtenstein verabschiedet sich langsam endgültig von seinem Bankgeheimnis. Die Regierung kündigte am Donnerstag an, am 21. November ein internationales Abkommen zur Verhinderung von Steuerflucht zu unterzeichnen und zum automatischen Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten überzugehen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung begrüßte diesen Schritt.

"Das Fürstentum Liechtenstein geht davon aus, dass der automatische Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten der internationale Standard der Zukunft sein wird", erklärte Regierungschef Adrian Hasler (links im Bild) in Vaduz. Er bot an, sich "an der Entwicklung eines internationalen Standards zum Informationsaustausch zu beteiligen, dessen Anwendung auf klaren Regeln, Berechenbarkeit und Gleichbehandlung aufbaut".

Datenaustausch und koordinierte Kontrollen
Das Fürstentum, das ebenso wie die benachbarte Schweiz lange als Steueroase galt, erklärte sich außerdem bereit, "bilaterale Vereinbarungen zum automatischen Austausch von Steuerinformationen" auf der Grundlage des zukünftigen OECD-Standards zu schließen. Dabei handelt es sich um die Konvention der OECD und des Europarats über die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen. Das Abkommen sieht neben dem Austausch von Informationen auch koordinierte Kontrollen zur Vermeidung von Steuerbetrug vor.

Das Bekenntnis Liechtensteins zum automatischen Informationsaustausch ist nach Ansicht der OECD ein "sehr bedeutender Schritt". Der Liechtensteinische Bankenverband, der den Entscheid mitträgt, spricht von einer "zukunftsorientierten Strategie".

Druck auf die Schweiz wächst
Der Wille des Fürstentums zum automatischen Informationsaustausch erhöht auch den Druck auf die Schweiz. Der Schweizer Bundesrat lehnt einen solchen Schritt zwar nicht mehr grundsätzlich ab, will aber abwarten. Dies dürfte schwieriger werden, je mehr Länder den automatischen Informationsaustausch einführen. Das Finanzministerium wollte den Entscheid Liechtensteins am Donnerstag nicht kommentieren. Man habe ihn zur Kenntnis genommen, hieß es auf Anfrage. Die Schweiz setze auf den internationalen Standard zum automatischen Informationsaustausch.

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