Wettskandal

Windtner: "Werden das mit aller Macht bekämpfen"

Sport
14.11.2013 22:08
"Ösi-Liga im Skandal-Sumpf" - so hat die deutsche "Bild" getitelt, ehe der "Fall Taboga" am Donnerstag sogar noch an Brisanz gewonnen hat. Nachdem bekannt geworden war, dass der Grödig-Routinier versucht hatte, auch Klubkollegen zur Spielmanipulation anzustiften, wurde Dominique Taboga vom Aufsteiger gefeuert – durch sein Geständnis aber das Image von Fußball-Österreich weiter beschädigt. Weshalb ÖFB-Präsident Leo Windtner dieses Problem, das ja auch ein internationales ist, jetzt mit aller Macht bekämpfen will.

"Krone": Herr Präsident, letzte Woche das öffentlich gewordene Manipulationsgeständnis vom Ex-Kapfenberger Mario Majstorovic, jetzt die "SOKO Taboga". Wie schmutzig ist Österreichs Fußball?
Leo Windtner: Schmutzig sicher nicht! Aber es gibt Einzelfälle, die natürlich nicht bagatellisiert werden dürfen. Was wir jetzt brauchen, sind eine lückenlose Aufklärung und drakonische Strafen. Denn ansonsten – und das gestehe ich – wird das auf die Dauer ein Riesenproblem.

"Krone": Als Sie vom Klicken der Handschellen bei Sanel Kuljic erfahren haben, was war Ihr erster Gedanke?
Windtner: Dass das ein schwerer Schlag ist – aber ebenso, dass wir dagegen mit aller Macht ankämpfen müssen und auch werden.

"Krone": Die Frage ist aber, wie. Solange man sogar auf ein erstes Out, erstes Foul oder Ähnliches wetten kann, hat die Wettmafia ein leichtes Spiel. Vor allem in Ländern und Ligen, in denen Spieler keine Unsummen verdienen.
Windtner: Dass es gewisse Wettangebote sehr einfach machen, Betrugstatbestände hervorzurufen, ist richtig. Darauf haben wir aber keinen direkten Einfluss. Wir können nur auf mehr Prävention achten, exemplarische Strafen einführen und mit Polizei und Staatsanwaltschaften intensivst zusammenarbeiten – was jedoch ohnedies bereits der Fall ist. Aber...

"Krone": Aber was?
Windtner: Man wird solche Dinge nie total verhindern oder ausschließen können, zumal sich dahinter eine extrem hohe kriminelle Energie und Drahtzieher verbergen, die oft in Südostasien sitzen. Weshalb es ein globales Thema ist, das sich auch nicht nur auf den Fußball bezieht. "Match-fixing" ist heute ein Bestandteil der Kriminalität, gegen den man national wie international das Bewusstsein so schärfen muss, wie es etwa beim Thema Rassismus getan wurde.

"Krone": Passiert das schon jetzt in ausreichendem Maße?
Windtner: FIFA-Präsident Blatter und UEFA-Präsident Platini haben "Match-fixing" bereits als "Geißel des Fußballs" bezeichnet. Ich denke, das zeigt, wie ernst das Problem zu Recht genommen wird! Ebenso als "echte Gefahr, die kaum vor einem Land, einer Liga oder einem Klub halt macht".

"Krone": Auch wenn es ein globales Problem ist - wie sehr schadet der jüngste Fall unserem Fußball beziehungsweise dem Image der Bundesliga, die ja gerade einen neuen Liga-Sponsor sucht?
Windtner: Eine Beeinträchtigung gibt es bestimmt! Aber es kommt nun auf die Art an, wie wir dem entgegentreten. Mit Aufklärung, Strafen, Prävention! Erkennt ein möglicher Sponsor, dass wir gegen solche Machenschaften konsequent ankämpfen, wird man das sicher auch goutieren.

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(Bild: KMM)



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