Beim Fortgehen in Wien-Ottakring hatte der 24-Jährige eines Abends einen gebürtigen Albaner kennengelernt. Nachdem er sich mit diesem am nächsten Tag wieder auf einen Kaffee getroffen hatte, wurde er gefragt, ob er Cannabis aus Tschechien nach Österreich schaffen könne. Angesichts seiner Verbindlichkeiten und des Umstands, dass die Bank ihn wiederholt auf den Überziehungsrahmen seines Kontos aufmerksam gemacht hatte, ließ sich der 24-Jährige auf den Deal ein.
"Er hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen"
"Er hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen", gab im Prozess sein Verteidiger Philipp Wolm zu bedenken. Nachdem er Mitte März 2013 in zwei Reisetaschen 25 Kilogramm Cannabis unbehelligt über die Grenze gebracht hatte, wurde der Mann von mehreren Albanern - offenbar Mitglieder einer international agierenden Bande - mit Drohungen dazu gebracht, weiterzumachen.
Ende März gelangten weitere 25 Kilo Cannabis aus Tschechien nach Wien, aus Italien holte der 24-Jährige gemeinsam mit seiner Freundin - die 21-jährige Kellnerin war in die Machenschaften eingeweiht - sechseinhalb Kilo in die Bundeshauptstadt.
Drogen im Schlafzimmer gebunkert
Die Drogen bunkerte das Paar im Schlafzimmer unterm Bett, bis sich albanische Großabnehmer meldeten, die das Cannabis dann weiterverkauften. Darüber hinaus hatte der 24-Jährige offenbar auch eine Kokainquelle: In einer Schnellimbiss-Filiale bot er einem verdeckten Ermittler der Polizei zwei Kilogramm Koks für 110.000 Euro sowie 30 Kilo Cannabis zum Preis von 57.000 Euro an.
Nach einer weiteren Schmuggelfahrt nach Tschechien, die die Polizei bereits überwachte, wurde der 24-Jährige am 19. April nach dem Passieren der Grenze mit 36 Kilogramm Cannabis im Gepäck festgenommen. Pro geschmuggeltes Kilogramm hatte er von der Bande 100 Euro erhalten. "Der Lohn war ein Witz", hielt Verteidiger Wolm fest, der den Angeklagten einen "einfach gestrickten jungen Herrn" nannte.
Verdeckte Ermittler ließen 24-Jährigen auffliegen
Dem Anwalt war es Ende Juni gelungen, seinen Mandanten aus der U-Haft zu bekommen. Anstatt sich bis zur Hauptverhandlung ruhig zu verhalten, griff der 24-Jährige allerdings auf seine offenbar noch vorhandenen Drogenvorräte zurück: Er bot einem Interessenten um 4.000 Euro 50 Gramm Kokain an. Zu seinem Pech war er aber wieder an einen verdeckten Ermittler geraten und wurde daraufhin endgültig aus dem Verkehr gezogen.
Mit der verhängten Strafe war der Maurer einverstanden. Seine Freundin wurde wegen Beteiligung am Suchtgifthandel zu 20 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Der Staatsanwalt erbat Bedenkzeit, die Urteile sind daher nicht rechtskräftig.










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