Rache für Rauswurf?

New York: Rockmusiker tötet Ex-Bandkollegen

Ausland
12.11.2013 10:58
Zwei Mitglieder der Indie-Rockgruppe "The Yellow Dogs" und ein befreundeter Musiker sind am Montag in New York von einem Ex-Kollegen erschossen worden. Der Schütze nahm sich im Anschluss an die Tat selbst das Leben. Die Musiker stammten allesamt aus dem Iran. Als Motiv für die Bluttat vermuten die Ermittler Rache: Der Täter war aus der Band geworfen worden, danach wollte niemand mehr Kontakt zu ihm haben.

Die Tragödie ereignete sich in einem Wohnhaus in East Williamsburg im New Yorker Stadtteil Brooklyn, wo nach derzeitigem Stand der Ermittlungen mehrere Musiker in einer Wohngemeinschaft zusammenlebten. US-Medien zufolge war Ali Akbar Mahammadi Rafie (29), das frühere Bandmitglied der "Yellow Dogs" und der "Free Keys", am Montag kurz nach Mitternacht über das Dach in das Haus geklettert. Die Mordwaffe hatte der Schütze in einem Gitarrenkoffer versteckt.

Blutbad auf mehreren Stockwerken
Über eine Terrasse verschaffte er sich dann Zugang zu einem Wohnzimmer im dritten Stock, wo er den befreundeten Musiker Ali Eskandarian (35) mit einem Kopfschuss niederstreckte. Dann stürmte er in den zweiten Stock, wo er zuerst Arash Farazmand (28), den Drummer der "Yellow Dogs", und dann dessen Bruder Soroush (27), den Gitarristen der Band, tötete.

Auch auf andere Musiker, die noch im Haus waren, feuerte der 29-jährige Schütze. Ein junger Mann wurde dabei am Arm getroffen, ihm gelang allerdings gemeinsam mit seinem Bruder die Flucht.

Aufs Dach geflüchtet und sich selbst erschossen
Doch Rafie hatte offenbar immer noch nicht genug Schaden angerichtet, er lief zurück in den dritten Stock, wo er einen weiteren Musiker antraf. Auch dieser Mann war ein ehemaliger Kollege, allerdings von der Band "Free Keys". Er bedrohte ihn mit dem Tod und lieferte sich zudem eine Schlägerei mit ihm. Schlussendlich ergriff Rafie dann aber die Flucht aufs Dach, wo er sich selbst richtete.

Einer namentlich nicht genannten Quelle zufolge habe der Täter zumindest einen seiner früheren Bandkollegen mit den Worten angeschrien: "Warum hast du mich hierher gebracht (aus dem Iran; Anm.) und mich dann rausgeworfen?"

Rafie hatte sich mit seinen Bandkollegen überworfen, weil er angeblich Instrumente der Gruppe verkauft haben soll - und zwar ohne Zustimmung der anderen Mitglieder. Nachdem er dann auch noch bei den "Free Keys" ausgeschlossen wurde, wollte keiner mehr den Kontakt zu ihm pflegen. Möglicherweise dürfte das die Bluttat ausgelöst haben.

"Yellow Dogs" in den USA recht bekannt
Die Mitglieder der "Yellow Dogs" waren aus Teheran in die USA ausgewandert, wo ihnen Asyl gewährt wurde. Bekannt wurden sie in den Vereinigten Staaten neben ihren Auftritten in zahlreichen Klubs und bei Festivals auch durch eine Dokumentation des Nachrichtensenders CNN über die musikalische Untergrundszene der iranischen Hauptstadt. Zudem steuerte die Band auch Musik für den Soundtrack für den preisgekrönten Film "Perserkatzen kennt doch keiner" über die geheime Musikszene in der Islamischen Republik bei.

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