L'Aquila-Tragödie
490 EU-Millionen nach Beben bei Mafia versickert
Ausland
11.11.2013 15:58
Das Geld war für die Ärmsten der Armen bestimmt, doch wie viel haben sie davon wirklich erhalten? Neue Arbeitsdokumente und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft decken auf: Ein großer Nutznießer der EU-Erdbebenhilfe nach dem verheerenden Erdbeben von L'Aquila im Jahr 2009 mit rund 300 Toten dürfte die italienische Mafia gewesen sein.
"493,7 Millionen Euro wurden aus dem EU-Solidaritätsfonds für die Abruzzen mobilisiert", weiß der fraktionsfreie EU-Abgeordnete Martin Ehrenhauser - und er weiß auch, dass dabei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Die größten Skandale im Überblick:
- Laut dem obersten Staatsanwalt sind 200 der installierten Erdbebenisolatoren fehlerhaft. Auffällig: Jenes Labor, das eben jene Geräte getestet hatte, wurde von G. Calvi geleitet, der auch der Chef der CASE (siehe nächster Punkt) in der Abteilung für Katastrophenschutz ist.
- 350 Millionen Euro wurden zum Bau von 80 sogenannten CASE-Häusern bereitgestellt. Der Rechnungshof stellte nun aber fest, dass die Kosten der Gebäude 158 Prozent (!) über dem Marktpreis liegen.
- Meldung laut RH: "Ein Teil der Finanzmittel wurde an Unternehmen ausgezahlt, die direkte oder indirekte Verbindungen zur organisierten Kriminalität haben." Viele der Unterauftragnehmer verfügten demnach nicht über das "Anti-Mafia-Zertifikat".

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