Nach Krawallen

Saudi-Arabien schiebt Hunderte Illegale ab

Ausland
10.11.2013 13:55
Nach schweren Krawallen mit zwei Todesopfern in Saudi-Arabien haben sich Hunderte illegale Einwanderer der Polizei ergeben. Männer, Frauen und Kinder bestiegen am Sonntag mit ihren Habseligkeiten Polizeibusse und wurden in ein Abschiebezentrum gebracht. Sicherheitskräfte hatten zuvor das Riader Armenviertel Manfuhah umstellt. Das ölreiche Saudi-Arabien hatte illegalen Einwanderern eine siebenmonatige Frist zur Legalisierung ihres Aufenthalts gesetzt, die kürzlich ablief.

Nach Angaben der Polizei hatten Einwanderer am Samstag Einheimische und andere Ausländer mit Steinen und Messern angegriffen, woraufhin die Sicherheitskräfte eingeschritten seien. Ein Saudi und eine weitere Person, über deren Identität nichts mitgeteilt wurde, seien getötet worden. Weitere 68 Menschen, 28 Saudis und 40 Ausländer, wurden demnach verletzt. Während die Polizei Manfuhah abriegelte, wurden Einheiten der Nationalgarde sowie Spezialkräfte in das Viertel geschickt. Laut Polizei wurden mehr als 560 Menschen festgenommen.

In Manfuhah leben zahlreiche illegal eingewanderte Menschen, die Mehrheit von ihnen stammt aus Ostafrika. Bis zum Ablauf der von Saudia-Arabien gesetzten Frist reiste etwa eine Million Menschen aus, rund vier Millionen weitere Personen fanden feste Arbeitsplätze und durften bleiben. Bereits seit Wochenbeginn ging die Exekutive gegen Einwanderer vor, die sich weiterhin illegal im Land aufhielten. Abgeschobene philippinische Arbeiter berichteten dabei von Misshandlungen durch die Polizei.

Äthiopien holt Landsleute heim
Die äthiopische Regierung kündigte am Samstag an, aufgrund von Berichten über die Misshandlung von Arbeitsmigranten in Saudi-Arabien ihre illegal eingereisten Landsleute nach Hause zu holen. Außenamtssprecher Dina Mufti sagte, die saudi-arabische Polizei sei offenbar hart gegen die Einwanderer vorgegangen. Es gebe demnach Berichte, wonach ein Äthiopier getötet wurde, als die Beamten Ausländer in ein Lager gebracht hätten. Seine Regierung gehe nun den Angaben nach.

In Saudi-Arabien leben bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 27 Millionen Menschen etwa neun Millionen Ausländer. Ein Großteil kommt aus ärmeren arabischen Staaten, Asien und Afrika. Saudi-arabische Ökonomen heben hervor, dass die Abschiebung illegaler Einwanderer der Wirtschaft langfristig nütze. Die heimische Bevölkerung bekommt derzeit allerdings den Mangel an billigen Arbeitskräften schmerzhaft zu spüren.

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