Nach Krawallen
Saudi-Arabien schiebt Hunderte Illegale ab
Nach Angaben der Polizei hatten Einwanderer am Samstag Einheimische und andere Ausländer mit Steinen und Messern angegriffen, woraufhin die Sicherheitskräfte eingeschritten seien. Ein Saudi und eine weitere Person, über deren Identität nichts mitgeteilt wurde, seien getötet worden. Weitere 68 Menschen, 28 Saudis und 40 Ausländer, wurden demnach verletzt. Während die Polizei Manfuhah abriegelte, wurden Einheiten der Nationalgarde sowie Spezialkräfte in das Viertel geschickt. Laut Polizei wurden mehr als 560 Menschen festgenommen.
In Manfuhah leben zahlreiche illegal eingewanderte Menschen, die Mehrheit von ihnen stammt aus Ostafrika. Bis zum Ablauf der von Saudia-Arabien gesetzten Frist reiste etwa eine Million Menschen aus, rund vier Millionen weitere Personen fanden feste Arbeitsplätze und durften bleiben. Bereits seit Wochenbeginn ging die Exekutive gegen Einwanderer vor, die sich weiterhin illegal im Land aufhielten. Abgeschobene philippinische Arbeiter berichteten dabei von Misshandlungen durch die Polizei.
Äthiopien holt Landsleute heim
Die äthiopische Regierung kündigte am Samstag an, aufgrund von Berichten über die Misshandlung von Arbeitsmigranten in Saudi-Arabien ihre illegal eingereisten Landsleute nach Hause zu holen. Außenamtssprecher Dina Mufti sagte, die saudi-arabische Polizei sei offenbar hart gegen die Einwanderer vorgegangen. Es gebe demnach Berichte, wonach ein Äthiopier getötet wurde, als die Beamten Ausländer in ein Lager gebracht hätten. Seine Regierung gehe nun den Angaben nach.
In Saudi-Arabien leben bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 27 Millionen Menschen etwa neun Millionen Ausländer. Ein Großteil kommt aus ärmeren arabischen Staaten, Asien und Afrika. Saudi-arabische Ökonomen heben hervor, dass die Abschiebung illegaler Einwanderer der Wirtschaft langfristig nütze. Die heimische Bevölkerung bekommt derzeit allerdings den Mangel an billigen Arbeitskräften schmerzhaft zu spüren.












Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.