"Mit dem heutigen Tag endet für mich die Saison wegen einer Verletzung an der linken Schulter, die mich schon länger plagt", erklärte Melzer am Freitagnachmittag hochoffiziell. Seit Wimbledon gehören Schmerzen in der Schulter zu seinen steten Begleitern, Mitte September verzichtete er beim Weltgruppen-Play-off in den Niederlanden aus diesem Grund auch auf ein Antreten im Doppel. "Das 'Best-of-five' und die schweren Bälle beim Davis Cup haben es nicht leichter gemacht, dann ging es gleich ohne Pause nach Asien", meinte Melzer.
"Australian Open sind in jedem Fall in Gefahr"
Schon in Tokio hatte der aktuelle Weltranglisten-25. ("Bei den Turnieren in Asien konnte ich nur noch zweite Aufschläge servieren und nicht mehr voll durchziehen“) ein MRI anfertigen lassen, nach einer Untersuchung bei Arzt Reinhard Weinstabl am Montag wurde es zur bitteren Gewissheit. "Es steht noch nicht fest, ob ich operiert werde oder nicht", sagte Melzer, der nun sogar um den Auftakt der kommenden Saison bangen muss. "Die Australian Open sind in jedem Fall in Gefahr", betonte Melzer, der erst in den kommenden Tagen Gewissheit erlangen wird. Dennoch blieb er realistisch: "Tennis ist eine Überkopf-Sportart, da kann das schon einmal passieren."
"Zeitpunkt ist natürlich eine Katastrophe"
"Der Zeitpunkt ist natürlich eine Katastrophe. So kurz vor dem Heimturnier, so viele Turniere haben wir in Österreich nicht", weinte er der Teilnahme in der Stadthalle nach, wo er 2009 und 2010 zwei seiner insgesamt fünf Einzel-Titel auf der ATP-Tour gefeiert hatte. Melzer wird damit erstmals seit dem Jahr 2000 beim Tennis-Klassiker fehlen. "Es ist natürlich extrem bitter, vor eigenem Publikum nicht antreten zu können, aber die Gesundheit geht vor. In meiner derzeitigen Verfassung macht es wenig Sinn." Ein Karriereende sei trotz der anhaltenden Probleme nie Thema gewesen. "An Rücktritt habe ich heuer nie gedacht, dafür habe ich viel zu viel Spaß", sagte Melzer.
Wien-Hauptbewerb dennoch nicht Melzer-los
In der Stadthalle wird dennoch ein Melzer im Hauptbewerb vertreten sein. Weil Andreas Haider-Maurer ins Hauptfeld rutschte, wurde wieder eine Wildcard frei, die Turnierdirektor Herwig Straka an Jürgens Bruder Gerald vergab. "Natürlich tut uns der Ausfall von Jürgen sehr weh, aber es ist einmal so, dass gegen Ende der Saison das Risiko einfach größer ist, dass sich Spieler verletzen", kommentierte Straka die Absage Melzers. "Andererseits ist auch die Chance größer, kurzfristig noch Topstars verpflichten zu können."








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