27.09.2013 13:26 |

Von Polizei

Demonstranten im Sudan "gezielt getötet"?

Bei Protesten gegen die Regierung im Sudan haben Sicherheitskräfte am Donnerstag nach Angaben zweier Menschenrechtsorganisationen mindestens 50 Menschen getötet. Die Demonstranten seien durch Schüsse in Kopf und Oberkörper "gezielt umgebracht" worden, erklärten Amnesty International und das in New York ansässige Afrikanische Studienzentrum für Gerechtigkeit und Frieden am Freitag in New York.

"Mit Tötungsabsicht zu schießen - einschließlich des Zielens auf die Oberkörper und die Köpfe von Demonstranten - ist ein eklatanter Verstoß gegen das Recht auf Leben", sagte Lucy Freeman von Amnesty International. Der Sudan müsse diese Praxis seiner Polizei sofort abstellen. Zudem seien Hunderte Menschen festgenommen worden.

Die sudanesische Regierung wies die von den NGOs genannte Opferzahl zurück und teilte mit, bei Zusammenstößen am späten Donnerstagabend seien 29 Menschen getötet worden, darunter auch Polizisten. Oppositionelle hingegen sprachen sogar von über 100 Toten.

Rücktritt von Präsident Bashir gefordert
Anlass der Proteste ist der ab Montag anstehende Wegfall von Subventionen für Brennstoff in dem Erdöl exportierenden Land. Tausende Menschen gingen deshalb auf die Straße, um gegen Korruption zu demonstrieren und den Rücktritt des langjährigen Präsidenten Omar al-Bashir zu fordern. Die Opposition rief zu neuen Protesten nach den Freitagsgebeten auf.

Bashir war im Jahr 1989 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen und ist höchst umstritten. Ihm werden Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der westsudanesischen Region Darfur vorgeworfen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag sucht ihn mit internationalem Haftbefehl. Im Darfur-Konflikt wurden nach Erhebungen der UNO mindestens 300.000 Menschen getötet.

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