Forscher haben erstmals das Wasser aus deutschen Flüssen detailliert auf Kokainspuren untersucht. Danach hätten Hochrechnungen ergeben, dass allein die 38,5 Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Rheins bei Düsseldorf rund 11 Tonnen reines Kokain pro Jahr verbrauchten. Das entspreche einem Straßenwert von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die bisherigen Statistiken der Bundesregierung und der Europäischen Union den Kokainkonsum in Deutschland unterschätzten, berichtete "Spiegel Online" unter Berufung auf eine wissenschaftliche Studie.
Forscher des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) haben demnach mehrere Flüsse an unterschiedlichen Stellen auf Abbauprodukte des Körpers hin untersucht. IBPM-Direktor Fritz Sörgel betonte, seine Studie sei nur "ein erster Schritt" beim Nachweis von Drogenkonsum per Gewässeranalyse. Dennoch sei die Messmethode ein "potenziell wichtiger Beitrag" zur Suchtforschung.
80.000 Linien täglich in London
Wie die Autoren einer Studie, die die Zeitung "Sunday Telegraph" in Auftrag gegeben hat, berichten, dürfte Kokain in London in aller Nasen sein. Die Kläranlagen spülen täglich zwei Kilo Koks in die Themse (aus Rückständen im Urin), das entspricht 80.000 Linien Kokain pro Tag. London hat übrigens rund 7,5 Millionen Einwohner.
Eine ganz ähnliche Studie hat im August auch in Italien für Aufsehen gesorgt. Damals haben Wissenschafter des Istituto di Ricerche Farmacologiche Mario Negri große Mengen von Kokainrückständen im Fluss Po nachgewiesen. Das Team um Ettore Zuccato wies eine Menge, die rund 40.000 Portionen monatlich entspricht, nach. In dieser Region leben rund fünf Millionen Menschen...








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