Die situative Winterreifenpflicht hat laut Gesetz in Österreich am 15. April geendet. Doch ist es wirklich klug, gleich auf die Sommerschuhe fürs Auto umzusteigen? Warum laut ÖAMTC nicht überall Eile geboten ist und wann die Winterreifen zum Problem werden.
In den Werkstätten im ganzen Land herrscht wieder Hochbetrieb. Viele Autofahrer beeilen sich damit, ihren Wagen für den Sommer fit zu machen und die Reifen zu wechseln.
Wann Umstieg auf Sommerreifen Sinn macht
Der ÖAMTC Tirol sieht für Bergregionen aber nicht zwangsläufig Eile geboten. „Der ideale Zeitpunkt für den Wechsel auf Sommerreifen sollte am besten mit den bisherigen Erfahrungen über die Witterung an den Orten, an denen das Fahrzeug üblicherweise und auch voraussichtlich unterwegs ist, abgestimmt werden“, sagt Patrick Berthelot, stellvertretender Leiter der Rechtsabteilung.
In höheren Lagen können tiefere Temperaturen dazu führen, dass Winterreifen derzeit doch noch besser geeignet sind als Sommerreifen.
Patrick Berthelot vom ÖAMTC
Außerdem betont er: „In höheren Lagen können tiefere Temperaturen dazu führen, dass Winterreifen derzeit doch noch besser geeignet sind als Sommerreifen. Unsere technischen Experten empfehlen einen Umstieg auf Sommerreifen dann, wenn über einen längeren Zeitraum zweistellige Temperaturen herrschen.“
Was rechtlich bei Unfällen gilt
Wer also viel in höheren Lagen unterwegs ist, sollte den Zeitpunkt des Reifenwechsels gut wählen – aber ihn auch nicht übersehen. Denn ebenso wie der Winter hat auch der Sommer spezielle Anforderungen an das Material. Die weichere Gummimischung des Winterreifens führt dazu, dass sich bei höheren Temperaturen der Bremsweg verlängert.
Dazu der ÖAMTC-Jurist: „Wirkt sich das im Vergleich zum Bremsweg mit Sommerreifen auf ein Unfallergebnis aus, kann dies unter Umständen zumindest ein Mitverschulden begründen und dazu führen, dass Versicherungen leistungsfrei bleiben oder damit einen Regress in Bezug auf bezahlte Kosten rechtfertigen.“
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