Der Schweizer Matthias Ackeret schlüpfte in seiner satirischen Erzählung in die Rolle des gefallenen Immobilien-Jongleurs. Und obwohl die Geschichte „fiktionalisierte Realität“ ist, gibt es spannende Überschneidungen, die sogar den Autor überraschten.
Der erste René-Benko-Roman“, steht auf der Rückseite des Buches „Der Magier von Hiva Oa“. Nur dass der gefallene Immobilien-Jongleur darin Remo Blanko heißt. Gewitzt und fantasievoll erzählt der Schweizer Autor Matthias Ackeret in seinem Werk von den Wochen und Monaten nach dem Fall des Tirolers. Dem in seiner Geschichte die Flucht gelingt.
Letzte Woche kam das Paket von der Justizanstalt Josefstadt als unzustellbar zurück.

Autor Matthias Ackeret.
Bild: Alberto Venzago
„Rückblickend ist klar, dass er scheitern musste“
Zuerst ins Luxus-Hotel Dolder Grand in Zürich, dann auf die Südsee-Insel Hiva Oa, wo es auf jenem Friedhof, auf welchem Paul Gauguin und Jacques Brel begraben sind, zum großen Showdown kommt. Zwischen Blanko, dem Aktionär mit dem Namen „Käsekönig“ und einem Starfotografen. Ihn macht Blanko in der Geschichte für seinen Untergang verantwortlich. Sein Buch ist „fiktionalisierte Realität“, sagt Ackeret. „Ich habe alles über Benko gelesen. Darüber, dass er immer an den teuersten Orten ist, immer die besten Immobilien in bester Lage haben wollte. Egal, ob das KaDeWe oder das Chrysler Building in New York. Rückblickend ist jedem klar, dass er scheitern musste.“
Die kurzweilige Geschichte erzählt er aus verschiedenen Perspektiven, unter anderem schlüpft er in seine Hauptfigur: „Ich habe versucht, mich in ihn reinzudenken. Und ich glaube, es ist mir gut gelungen.“
Tatsächlich gibt es viele Überschneidungen. Auch in Ackerets Roman, der in der Schweiz zum Bestseller wurde, hat Benko alias Blanko ein Hobby: Er macht auf der Flucht Yoga. Mit Sandra, der Yogalehrerin im Dolder Grand. Sie ist seine einzige Bezugsperson, nachdem er unter falschem Namen in dem noblen Hotel eingecheckt hat. Wie die „Krone“ berichtete, soll René Benko in der Justizanstalt Josefstadt auch mit Yogaeinheiten Abwechslung in seinen tristen Haftalltag bringen
Buch kam aus Gefängnis ungeöffnet retour
“Ein spannender Zufall“, kommentiert der Autor, der bereits versucht hat, Benko seinen Roman ins Gefängnis zu schicken. „Letzte Woche kam das Paket als unzustellbar zurück“, berichtet er.
In „Der Magier von Hiva Oa“ lebt Remo Blanko längst in Scheidung. Aber – so viel darf verraten werden – unter der polynesischen Sonne findet er rasch neues Glück.
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