Flink führt Luise Bläumauer aus Waidhofen an der Ybbs den Zwirn ins Öhr – sie lässt seit Jahrzehnten die Nähmaschine rattern. Auch für den heurigen Fasching hat sie vorgesorgt.
„Heute bin ich ein weißer Clown, morgen vielleicht schon eine Prinzessin und am Sonntag eine anmutige Nonne. Ich verkleide mich ja selbst sehr gerne, sobald die närrische Zeit Einzug im Lande hält und bin dann im Zentrum unterwegs“, quietscht Luise Bläumauer vor Vergnügen! Irgendwann als junges Mädchen hat sie in ihrer Heimatstadt Waidhofen an der Ybbs erstmals eine der legendären Singer-Nähmaschine angeworfen. Und seither ist in der Schneiderwerkstatt der mittlerweile 88-Jährigen das Rattern nie verstummt.
Vom Bärenfell bis zum Prinzengewand
Wohl an die Tausend Kostüme hat die Faschings-Oma aus feinem Zwirn und edlen Stoffen bereits kreiert. „Keines gleicht dem anderen, jedes glänzt durch Originalität und verwandelt den Träger – wenn auch nur für kurze Zeit – in jemand anderen. Kein Wunder, dass Narren aus ganz Niederösterreich zu Frau Bläumauer strömen“, versichert Stadtarchivar und Konditorlegende Karl Piaty sen., der selbst gerne im textilen Archiv wühlt. Denn dort hängen aktuell 500 (!) verschiedene Verkleidungen. „Ich habe auch für den heurigen Fasching vorgesorgt“, so die fröhliche Meisterin des Zwirns. Wer übrigens im Laufe der Jahre nicht mehr ins Bärenfell oder Prinzengewand passt, kann jederzeit vorbeischauen. Die Pensionistin führt auch Änderungen durch.
Lustige Infos: 0664/3800262
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