28.07.2013 12:16 |

Exil-Kroate getötet

Kaltblütiger Polit-Mord in Ktn wird zur Staatsaffäre

38 Jahre nach dem eiskalten Mord an einem Gärtner in Klagenfurt scheint sich dieser Krimi mit dem EU-Beitritt Kroatiens zur Staatsaffäre auszuweiten. Der mutmaßliche Auftraggeber des Mordes, einer der meistgesuchten Verbrecher in Deutschland, wird von Kroatien geschützt. Der Fall beschäftigt auch unser Parlament.

Mit drei gezielten Schüssen hatten Killer den Exil-Kroaten Nikola Martinovic (Bild) am 17. Februar 1975 in Klagenfurt hingerichtet. Ein Raubmord wurde vermutet. Später wurde klar: Der Mord war im damaligen Jugoslawien in Auftrag gegeben worden, um den Regimegegner, der sich um die Gräber der 1945 in Kärnten ermordeten Kroaten kümmerte, zu beseitigen.

Geheimdienstberichte legen nahe, dass einer der Mordkomplizen noch heute in Kärnten lebt – der Verdächtige wurde bereits von der Kripo einvernommen. Zu den Vorwürfen schweigt er aber.

Mit dem EU-Beitritt Kroatiens gewinnt der Krimi um den toten Gärtner an Brisanz. Josef Perkovic, Ex-Chef des jugoslawischen Geheimdienstes, soll damals den Mord angeordnet haben. Wegen weiterer Anschläge gegen Dissidenten in Deutschland zählt Perkovic zu den meistgesuchten Verbrechern unseres Nachbarlandes.

Vor EU-Beitritt "Lex Perkovic" erlassen
Ausgeliefert wird er aber nicht. Denn kurz vor dem EU-Beitritt wurde in Kroatien noch ein entsprechendes Gesetz erlassen: EU-Haftbefehle dürfen nur für Verbrechen angewendet werden, die nach 2002 begangen worden sind. Diese "Lex Perkovich" soll sogar Anlass dafür gewesen sein, dass Kanzlerin Angela Merkel der kroatischen Feier ferngeblieben ist.

FP-Nationalratsabgeordnete Anneliese Kitzmüller fordert eine Aufklärung der Verbrechen in Österreich und hat eine parlamentarische Anfrage gestellt.

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