26.07.2013 14:10 |

Bluttat in Tunesien

Oppositioneller laut Regierung von Salafisten ermordet

Im Fall der Ermordung des tunesischen Oppositionspolitikers Mohamed Brahmi gilt nach Angaben des tunesischen Innenministers Lotfi Ben Jeddou der radikale Salafist Boubacar Hakim als Hauptverdächtiger. Dieser werde demnach bereits wegen des Verdachts des Waffenschmuggels aus Libyen gesucht, sagte Ben Jeddou am Freitag. Brahmi sei mit derselben Waffe wie der Oppositionspolitiker Chokri Belaid vor sechs Monaten erschossen worden.

Brahmi war am Donnerstag nahe Tunis beim Verlassen seines Hauses vor den Augen seiner Frau von Unbekannten erschossen worden. Laut dem Autopsieergebnis wurde der Politiker von 14 Kugeln getroffen. Seine Kinder berichteten, zwei Männer auf einem Motorrad hätten das Attentat verübt.

Erbitterter Gegner der Islamisten
Der 58-Jährige gehörte dem linken, nicht religiösen Lager an und leitete die Partei "Bewegung des Volkes". Er galt als erbitterter Gegner der Islamisten. Seine Familie machte die regierende islamistische Ennahda-Partei für den Mord verantwortlich. Nach der Bluttat gingen Tausende Menschen in Tunis und Brahmis Heimatstadt Sidi Bouzid aus Protest gegen die Islamisten spontan auf die Straße.

Am Freitag folgten zahlreiche Menschen in Tunesien dem Aufruf zu einem Generalstreik. Europäische Fluggesellschaften mussten fast alle Flüge in das nordafrikanische Mittelmeerland streichen. Die Flaggen in Tunis wehten auf halbmast. Präsident Moncef Marzouki hatte für den ganzen Tag Staatstrauer anordnen lassen. Es sollte ein Zeichen gegen Terrorismus und Gewalt gesetzt werden.

Die Ermordung Brahmis löste auch international Bestürzung aus. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton rief die tunesischen Behörden auf, "alles zu tun, um diesen Mord völlig aufzuklären, um die Verantwortlichen ohne Verzögerungen vor Gericht zu stellen". Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Mord als feiges Attentat. Die stellvertretende Sprecherin des US-Außenministeriums Marie Harf erklärte, es gebe keine Rechtfertigung für solche abscheulichen und feigen Taten.

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