19.07.2013 09:25 |

'Außerehelicher Sex'

Vergewaltigte Norwegerin muss in Dubai ins Gefängnis

Im März dieses Jahres ist eine Norwegerin nach eigenen Angaben während einer Geschäftsreise in Dubai vergewaltigt worden. Die 24-Jährige zeigte die Tat bei der Polizei an und wurde daraufhin - ohne Pass und ohne Handy - selbst eingesperrt. Ein Richter will sie nun unter anderem wegen "außerehelichem Sex" 16 Monate ins Gefängnis stecken.

Jene Nacht im März, in der sie mit Kolleginnen aus Norwegen und ein paar anderen Kollegen aus Katar nach einem langen Arbeitstag noch ausging, wird die 24-jährige Geschäftsfrau wohl nie mehr in ihrem Leben vergessen.

Nach einer langen und alkoholreichen Feier soll sie laut "Bild Online" im Zimmer eines Kollegen gelandet sein. Er habe ihr versprochen, dass sie im Bett schlafen könne, während er die Nacht auf dem Sofa verbringen würde. Die 24-Jährige willigte ein. Doch am nächsten Morgen folgte der Schock: "Ich wachte auf dem Bauch liegend und nackt auf", berichtete die junge Frau der norwegischen Zeitung "VG". Sofort wurde ihr klar, dass sie vergewaltigt worden war.

Kollege: "Vergiss nicht, du wolltest es so"
Laut der deutschen Zeitung wurde sie, als sie mit ihrer Kleidung zu flüchten versuchte, sogar vom Kollegen zunächst daran gehindert. Als dieser sie dann schließlich gehen ließ, soll er noch gesagt haben: "Vergiss nicht, du wolltest es so."

Als sie die Tat bei der Polizei angezeigt habe, habe man ihr gesagt: "Du weißt, dass dir niemand glauben wird." Der untersuchende Arzt stellte Verletzungen und Schmerzen bei der Frau fest, eine Vergewaltigung wollte er aber nicht dezidiert bestätigen. Die 24-Jährige wurde verhaftet. Die Justiz warf der jungen Frau vor, Sex mit einem Mann gehabt zu haben, mit dem sie nicht verheiratet ist. Erst nach Tagen konnte sie telefonisch Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen.

"Außerehelicher Sex": Zu 16 Monaten Haft verurteilt
Jetzt wurde die Norwegerin verurteilt. "Außerehelicher Sex", "öffentlicher Genuss von Alkohol" und "Meineid" werden ihr zur Last gelegt - und dafür muss sie für 16 Monate ins Gefängnis, ihr Peiniger nur für 13 Monate. Die Norwegerin legte zwar sofort Berufung ein, hat aber kaum Chancen: In Dubai gilt die Scharia, und die verbietet außerehelichen Sex. Derzeit befindet sich die Frau zwar wieder auf freiem Fuß, doch nach der Abnahme ihres Passes kann sie das Land nicht verlassen.

Norwegens Außenminister Espen Barth Eide sagte gegenüber der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, es sei seltsam, dass man eine Vergewaltigung anzeige und dann für ein Verbrechen verurteilt werde, das "in unserem Teil der Welt" gar kein Verbrechen sei. "Das geht stark gegen unseren Sinn für Gerechtigkeit." Die Regierung wolle sich für die 24-Jährige einsetzen.

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