18.07.2013 18:31 |

Widerstand zu groß

Monsanto gibt Anträge auf Gen-Saatgut in EU auf

Der weltweit größte Saatguthersteller Monsanto stampft seine Geschäfte mit Gen-Pflanzen in der Europäischen Union weiter ein. Alle laufenden Zulassungsanträge für den Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen werde das Unternehmen sukzessive zurückziehen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Betroffen von der Entscheidung seien neue Maissorten, Sojabohnen (Bild) und bestimmte Rüben. Einzige Ausnahme: die bereits seit Jahren zugelassene Maissorte MON 810.

Grund für die Entscheidung sei die fehlende kommerzielle Perspektive, sagte der für Europa zuständige Manager Jose Manuel Madero am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon. "Wir werden die Anträge in den kommenden Monaten zurücknehmen." Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte, bereits von den Plänen unterrichtet worden zu sein.

Große Skepsis in Europa gegenüber Gentechnik
Monsanto ist ein Konkurrent des Bayer-Konzerns, der ebenfalls im Saatgutgeschäft und der Saatgutbehandlung aktiv ist. In Europa sieht sich Monsanto einem starken Widerstand von Gentechnik-Gegnern gegenüber. Der US-Konzern hatte bereits im Mai angekündigt, in Europa keine Zulassung für den Anbau neuer gentechnisch veränderter Pflanzen mehr beantragen zu wollen.

Expansionspläne in anderen Bereichen angekündigt
Das Geschäft mit konventionellem Saatgut wird das Unternehmen aber nicht nur nicht aufgeben, sondern laut eigenen Angaben sogar intensivieren. Bereits jetzt pumpe Monsanto 300 Millionen Dollar (rund 228 Millionen Euro) in schon existierende Produktionsstätten in Frankreich, Rumänien, Ungarn und der Türkei, erklärte Madero. In den kommenden fünf Jahren sollten es mehrere Hundert Millionen Dollar mehr werden. In der Ukraine solle so die größte europäische Monsanto-Fabrik entstehen.

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