18.07.2013 13:16 |

"Tickende Zeitbombe"

Nachbar mit Stock geschlagen: 1 Jahr Haft für 36-Jährigen

Weil er seinen Nachbarn in einem Grazer Wohnhaus mit einem Stock geschlagen und mit einer Gaspistole bedroht haben soll, musste sich ein Ägypter am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht verantworten. Er leugnete alles und gab an, Hausbewohner und Polizei hätten sich gegen ihn verschworen. Das Opfer war für den Richter allerdings glaubwürdig. Die Anklägerin bezeichnete den Mann als "tickende Zeitbombe". Der 36-Jährige wurde zu einem Jahr teilbedingter Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Ich habe nichts gemacht", betonte der Ägypter immer wieder im Prozess. Sein Wohnungsnachbar, ein junger Koch, schilderte den Vorfall heuer im Juni allerdings ziemlich detailliert: "Ich bin in der Nacht heimgekommen, und er ist zwischen unseren Wohnungstüren gestanden", so der Koch. Als dieser fragte, ob er dem Mann helfen könne, soll der gesagt haben: "Geh aufs Klo."

Opfer: "Er hat die Krach'n gezogen"
Das habe den Steirer etwas verwundert. Als er nachfragen wollte, habe ihm der Ägypter mit einem Stock plötzlich auf die Schulter geschlagen. "Ich bin weggelaufen, dann wollte ich aber in meine Wohnung. Da hat er die Krach'n gezogen", erzählte das Opfer.

"Das stimmt alles nicht, ich habe gar keinen Kontakt mit meinen Nachbarn", entgegnete der Beschuldigte. "Aber alle sagen etwas gegen Sie", meinte Richter Stefan Koller. Die Hausbewohner hatten schon mehrmals die Polizei gerufen, weil der Ägypter in der Wohnung gegrillt hatte oder Wasser durch die Decke getropft war. "Wofür hatten Sie eine Gasdruckpistole?", wollte der Richter weiter wissen. "Weil ich Kakerlaken habe", kam die Antwort. "Und Sie schießen auf die?", fragte der Richter ungläubig. "Ja, das ist richtig."

Anklägerin: "Sie sind eine tickende Zeitbombe"
Staatsanwältin Katharina Tauschmann sprach von einer "haarsträubenden Verantwortung" des Beschuldigten. "Ich glaube, dass Sie eine tickende Zeitbombe sind", meinte die Anklägerin. Der Ägypter wurde zu einem Jahr Haft, davon vier Monate unbedingt, verurteilt. Er erbat sich Bedenkzeit, der Staatsanwältin war die Strafe zu gering, sie kündigte Berufung an. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

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