10.07.2013 11:47 |

Als Held gefeiert

Ex-Manager von Fukushima an Krebs gestorben

Einer der Helden des Atomunglücks von Fukushima ist tot: Masao Yoshida, der Direktor des Atomkraftwerks zum Zeitpunkt des verheerenden Tsunamis, ist an Krebs gestorben. Yoshida überging in den ersten Stunden nach dem Erdbeben im März 2011 eine Anordnung der Betreiberfirma Tepco und setzte das Einpumpen von Meerwasser zur Kühlung der beschädigten Reaktoren fort. Seine Gehorsamsverweigerung verhinderte Schlimmeres.

"Ich dachte mehrmals, ich würde sterben", sagte Yoshida später über die dramatischen Stunden. Er führte die "50 Todgeweihten" an, jene Gruppe von Technikern, die ihr Leben während des schlimmsten Atomunfalls seit Tschernobyl riskierten. Sie wagten sich Tag und Nacht in das Inferno vor und setzten dabei einem Vielfachen der zulässigen Strahlenwerte aus (siehe Infobox).

Yoshida traf unter anderem die Entscheidung für die Fortführung des Einpumpens von Meerwasser - was vermutlich eine nukleare Explosion wegen des Ausfalls der Kühlsysteme in Fukushima und somit eine noch größere Katastrophe verhinderte. Yoshida wurde aufgrund dessen in Japan als Held verehrt und auch von Tepco gelobt.

Er trat im Dezember 2011 wegen Speiseröhrenkrebs zurück. Tepco erklärte, die Erkrankung stehe vermutlich nicht in Zusammenhang mit dem Unglück - diese Art Krebs werde erst nach fünf bis zehn Jahren durch Strahlung ausgelöst. Yoshida ist am Dienstag mit 58 Jahren in einem Krankenhaus verstorben.

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