

Lastkraftwagenlenker sind gut ausgebildete Profis, die strengen Vorschriften folgen. Doch die Monotonie langer Fahrten kann zu Ablenkungen führen. Der ÖAMTC-Experte betont: „Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten sind gefährlich - hier braucht es strengere Kontrollen. Ein weiteres Unfallrisiko sind technische Mängel an den Fahrzeugen.
Eine tickende Bombe auf abgefahrenen Reifen war auf der Wiener Außenringschnellstraße S1 unterwegs: Ein Reisebus wurde am Donnerstag aus dem Verkehr gezogen, die Kennzeichen abgenommen. Für die 13 Insassen und andere Verkehrsteilnehmer hätte ein – wohl knapp bevorstehender – Reifenplatzer ein fatales Ende nehmen können, so die Polizei.


Unfallanteil und Todesfälle mit Lkw im Steigen
Solche und ähnliche Fälle sind leider keine Seltenheit: Immer wieder stoßen die Beamte bei Kontrollen auf „fahrende Wracks“ und sind oft selbst von ihren Fünden überrascht. „Unfälle mit Lkw haben einen viereinhalbfachen Anteil an Todesopfern“, weiß David Nosé vom ÖAMTC: „Und leider steigt der Anteil seit Jahren tendenziell wieder an.“ Bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen liegt Niederösterreich laut Daten von 2023 mit 200 Lkw-Unfällen mit Personenschaden nur hinter Oberösterreich an 2. Stelle, mit 20 Todesfällen allerdings mit Abstand an der Spitze – doppelt so viel wie 2019.
Von technischen Mängeln bis zu den Ruhezeiten: Wir fordern noch intensivere Kontrollen.

David Nosé, Verkehrsexperte beim ÖAMTC
Bild: ÖAMTC/Postl
Noch viele alte Fahrzeuge ohne Sicherheitssysteme unterwegs
„Neben technischen Mängeln sind es Überschreitungen der Lenk- und Ruhezeiten sowie die Nicht-Einhaltung des Sicherheitsabstandes, der gerade auf Strecken mit hohem Lkw-Aufkommen meist unterschritten wird“, meint Nosé .
Ein besonderes Risiko stellen Auffahrunfälle bei Schwerfahrzeugen dar, obwohl bei Lkw Notbremsassistenten bereits seit Ende 2018 verpflichtend sind. „Das Ziel von Gewerbetreibenden ist es aber, ihre Fahrzeuge so oft und so lange wie möglich im Einsatz zu haben: Daher sind viele technisch veraltete Lkw unterwegs“, so Nosé. Unter den besonders lädierten Fahrzeugen würden viele aus östlichen Staaten stammen, wo die Regeln nicht so streng sind.
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