09.07.2013 07:36 |

Tankzug explodiert

Kanada: Zahl der Todesopfer auf 13 gestiegen

Bei der verheerenden Explosion des entgleisten Tankzugs in Kanada sind nach neuesten Angaben mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 40 Menschen würden aber weiterhin vermisst, sagte ein Polizeisprecher am Montag bei einer Pressekonferenz in der Kleinstadt Lac-Megantic in der Provinz Quebec.

Der mit Rohöl beladene Zug war in der Nacht auf Samstag führerlos durch Lac-Megantic gerast und entgleist, woraufhin mehrere Kesselwagen explodierten. Durch das Flammeninferno wurde das Zentrum der 6.000-Einwohner-Stadt völlig zerstört.

Zahlreiche Barbesucher vermutlich tot
Die Suche der Rettungskräfte konzentriert sich nun vor allem auf die beliebte Bar "Musi-Cafe" im Stadtzentrum des rund 250 Kilometer östlich von Montreal gelegenen Lac-Megantic. Dort sollen zum Zeitpunkt des Unglücks zahlreiche Menschen getrunken und fröhlich getanzt haben - von vielen von ihnen fehlt weiterhin jede Spur. "Ich habe eine Freundin, die vor der Bar geraucht hat, als es passiert ist, und sie ist gerade noch davongekommen", sagte die 27-jährige Anne-Julie Huot dem TV-Sender CBC. "Wir können uns also ausmalen, was mit den Menschen in der Bar passiert ist. Es ist wie ein Albtraum, das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann."

Die Behörden befürchten außerdem Umweltschäden in Folge des Zugunglücks. Bisher seien demnach rund 100.000 Liter Rohöl aus den Tankwaggons in die Chaudiere, einen Nebenfluss des großen Sankt-Lorenz-Stroms, geflossen. Der Ölteppich drohe in Kürze den Strom zu erreichen. "Alle Ressourcen" würden eingesetzt, um dies so gut wie möglich zu verhindern.

Häufiger Unfälle bei dieser Bahngesellschaft
Die Züge der Bahngesellschaft Montreal, Maine & Atlantic Railway, zu der auch der Unglückszug gehörte, waren Medienberichten zufolge schon häufiger in Unfälle verwickelt. Seit 2010 habe es demnach acht Entgleisungen und vier Kollisionen gegeben. Die betreffende Lokomotive sei jedoch noch am Tag vor dem Unglück von einem Inspektor untersucht und für in Ordnung befunden worden, sagte der kanadische Transportminister Denis Lebel.

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