05.07.2013 12:52 |

Erstmals einheitlich

8.360 Teilnehmer bei Medizin-Aufnahmetests

Erstmals einem einheitlichen Aufnahmeverfahren haben sich am Freitag 8.360 Studienbewerber für einen der 1.500 Anfänger-Studienplätze an den Medizin-Unis in Wien, Innsbruck und Graz gestellt. Abgefragt wurden schulisches Vorwissen aus den Bereichen Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, Lesekompetenz, Textverständnis und kognitive Fähigkeiten. Die Ergebnisse werden im August bekannt gegeben. 75 Prozent der Studienplätze sind laut einer Quotenregelung für Personen mit österreichischem Maturazeugnis reserviert.

Für die Entwicklung des Tests wurden sämtliche Lehrende der drei Medizin-Unis befragt, was es brauche, um ein guter Arzt bzw. Student zu sein. Anhand der Antworten wurden die einzelnen Module entwickelt, erklärte die Vizerektorin der Medizin-Uni Wien, Karin Gutierrez-Lobos, vor dem Test.

Test wird laufend adaptiert
Der Test soll laufend evaluiert und adaptiert werden. Im kommenden Jahr soll auch die soziale Kompetenz abgefragt werden. "Da ist es aber sehr schwierig, das sinnvoll zu testen. Deshalb dauert die Konzeption etwas länger." Außerdem plädiert die Vizerektorin dafür, auch Vorerfahrungen im sozialen Bereich für das Aufnahmeverfahren zu berücksichtigen. "Wenn jemand etwa schon während der Schule ein Sozialpraktikum gemacht hat, sollte das auch eine Rolle spielen."

"Geschlechtergerechte" Auswertung heuer kein Thema
"Kein Thema" ist heuer die umstrittene "gendergerechte Auswertung" des Tests im Vorjahr an der Medizin-Uni Wien. Dabei wurden die Ergebnisse nach Geschlechtern getrennt ermittelt. Das führte dazu, dass Frauen trotz identer oder niedrigerer Punktezahl einen höheren Testwert als Männer aufwiesen und deshalb einen Studienplatz bekamen.

Grund dafür waren die stark unterschiedlichen Testergebnisse von Männern und Frauen. "Wir gehen davon aus, dass Männer und Frauen gleich gescheit sind", so Gutierrez-Lobos. "Wenn die Resultate dann so unterschiedlich sind, kann etwas beim Test nicht stimmen." Weil man aber beim alten aus der Schweiz angekauften Eignungstest nicht die Herrschaft über das Testverfahren gehabt habe, habe man auf die Ergebnisse reagiert. "Das Missverhältnis zwischen Männern und Frauen war mir zu hoch."

Drop-out-Quote in Wien gesunken
Die derzeitige Drop-out-Quote an der Medizin-Uni Wien beträgt nur mehr rund 15 Prozent. Das habe aber nicht nur mit dem Aufnahmetest zu tun, sondern vor allem mit dem seit 2004 geltenden neuen Studienplan. Bemerkenswert: Seit den 1990er-Jahren gibt es rund 800 Medizin-Absolventen pro Jahr in Wien - früher habe es allerdings bis zu 2.000 Anfänger gegeben, so Gutierrez-Lobos. Derzeit werden 740 Personen pro Jahr zugelassen.

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