03.07.2013 09:56 |

"Flipper" überrascht

Kirsten Flipkens steht im Halbfinale von Wimbledon

Kirsten Flipkens ist am Dienstagabend zur großen Wimbledon-Überraschung avanciert. Die Belgierin setzte sich im Damen-Viertelfinale gegen die Turniersiegerin von 2011, Petra Kvitova, mit 4:6, 6:3, 6:4 durch und trifft im Halbfinale auf Marion Bartoli. Die Französin gewann gegen die US-Amerikanerin Sloane Stephens mit 6:4, 7:5. Zuvor war auch Sabine Lisicki ins Halbfinale eingezogen. Die Deutsche fertigte die Estin Kaia Kanepi mit 6:3, 6:3 ab und bekommt es im Halbfinale mit der Polin Agnieszka Radwanska zu tun.

Die Tschechin Kvitova hatte im Match gegen Flipkens allerdings sichtlich Gesundheitsprobleme. Sie ließ sich im zweiten Satz untersuchen, musste Fieber messen und schluckte auch eine Tablette. Außenseiterin Flipkens blieb bis zum Schluss cool und beendete das Match mit einem Ass. "Unglaublich, das ist mehr als ein Traum, der jetzt hier wahr wird", jubelte die "Flipper" gerufene Belgierin, die eine bemerkenswerte Leidensgeschichte hinter sich hat. "Die, die zu mir gehalten haben, kann ich an einer Hand abzählen", erklärte Flipkens.

Nach vielen Verletzungen war sie im Vorjahr in der Weltrangliste nicht einmal gut genug für die Qualifikation gewesen. "Und jetzt Halbfinale, besser geht es nicht", freute sich die 27-Jährige, die zum ersten Mal in einem Grad-Slam-Halbfinale steht. "Ich hatte nichts zu verlieren und habe nun meine Chance genutzt. Ich bin so glücklich, das ist unvorstellbar", jubelte Flipkens.

Zwei Unterbrechungen bei Radwanskas Sieg über Li Na
Radwanska und die als Nummer sechs gesetzte Chinesin Li Na lieferten sich zuvor ein fast schon episches Duell. Erst nach zwei Regenunterbrechungen und am Ende unter dem geschlossenen Dach des Center Courts stand die Polin als 7:6(5)-4:6-6:2-Siegerin fest. Für Polen ist das Turnier an der Church Road längst historisch, nachdem mit Lukas Kubot und Melzer-Bezwinger Jerzy Janowicz gleich zwei Herren im Viertelfinale stehen.

Der Marathon-Sieg könnte Radwanska aber noch teuer zu stehen bekommen. Ihr rechtes Bein war ohnehin schon dick bandagiert, im Finish vergab sie gegen die zähe Gegnerin serienweise Matchbälle, ehe es doch noch mit dem Sieg klappte. "Sie hat unglaublich gespielt und ich hatte schon zuvor zwei harte Matches. Das war jetzt fast schon ein bisschen zu viel Tennis in den vergangenen Tagen, ich habe Probleme mit meinen Beinen", gab Radwanska zu.

Lisicki verlängert ihr Sommermärchen
Vor zwölf Monaten hat Radwanska erst im Endspiel gegen Serena Wiliams verloren. Eine Spielerin, die ihr nun Lisicki bereits aus dem Weg geräumt hat. Nun bastelt die Berlinerin weiter an ihrem Sommermärchen. "Mal schauen, was noch möglich ist", sagte sie vor dem Match gegen Radwanska. "Das wird ein schweres Match. Sie hat auch viel Selbstvertrauen", sagte Lisicki vor dem dritten Duell mit der Polin. Aber auch Lisickis Selbstbewusstsein ist gewachsen. "Ich hatte schon vor dem Turnier ein super Gefühl. Mit dem Sieg gegen Serena ist das natürlich noch gewachsen", sagte Lisicki.

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