„Nicht verwerflich“

Früherer Identitärer übernimmt FPÖ-Ortsgruppe Wies

Nachrichten
18.01.2025 11:30

Die Parteien rüsten sich für die steirischen Gemeinderatswahlen am 23. März, vor allem die FPÖ blickt Zugewinnen entgegen. Eine Personalrochade in Wies sorgt aber für Unruhe. Hier ist nun ein ehemaliges aktives Mitglied der rechtsextremen Identitären Bewegung neuer Ortsparteiobmann.

Als „NGO von rechts“ hat FPÖ-Chef und Vielleicht-bald-Bundeskanzler Herbert Kickl die rechtsextreme Identitäre Bewegung einst verharmlosend bezeichnet. Wie gering die Berührungsängste teisl sind, zeigt auch eine aktuelle Entwicklung auf kommunalpolitischer Ebene.

In der südweststeirischen Gemeinde Wies wurde Mittwochabend Konstantin Leitinger in einer knappen Kampfabstimmung zum neuen Ortsparteiobmann gewählt. Der Unternehmer, der bereits in seiner alten Heimatgemeinde St. Martin im Sulmtal Gemeinderat war, war früher bei den Identitären aktiv. Das sorgt auch parteiintern für Unruhe und Kritik.

FPÖ hat keine Bedenken
FPÖ-Landesgeschäftsführer Friedrich Scheer sieht diese Vergangenheit „moralisch nicht verwerflich“, wie er auf „Krone“-Anfrage sagt. Auch strafrechtlich sei Leitinger nichts vorzuwerfen. „Wir sind froh, einen so jungen, motivierten Kandidaten zu haben. Er ist eine Bereicherung für die Gemeinde.“

Gerüchte, wonach Leitinger auch Bezirksparteiobmann werden soll, kann Scheer nicht bestätigen. Das würden die Gremien entscheiden. Der aktuelle Bezirksparteiobmann, Bundesrat Werner Gradwohl, sei aber „gefestigt“. 

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