05.06.2013 14:32 |

Hochwasser in D

Elbe-Flut bedroht Dresden ++ Saale auf Rekordstand

Die Pegelstände der Elbe in Deutschland steigen und steigen: In Dresden müssen immer mehr Menschen ihre Häuser verlassen, am Mittwochmittag betrug der Wasserstand dort 8,43 Meter. In Halle in Sachsen-Anhalt erreichte die Saale den höchsten Stand seit 400 Jahren, wie ein Sprecher des Krisenstabs sagte. Am Pegel Halle-Trotha lag er bei 8,09 Metern.

In Dresden lief Mittwoch früh ein Einsatz an, um 660 Menschen im Stadtteil Gohlis in Sicherheit zu bringen. Vor allem im Osten der Stadt könnten weitere Evakuierungen hinzukommen, sagte ein Sprecher. Das Landeshochwasserzentrum erwartet für Donnerstagmittag einen Pegelstand von bis zu 8,80 Meter, normal sind etwa zwei Meter. Das Hochwasser der Elbe werde aber vermutlich die Dimension der Flutkatastrophe von 2002 nicht ganz erreichen. "Wir gehen von neun Meter plus aus, die 9,40 Meter sind inzwischen ausgeschlossen", sagte der Referatsleiter im Umweltministerium, Martin Socher, am Mittwoch.

Rekordhochwasser in Niedersachsen droht
In Niedersachsen droht zum Wochenende hingegen ein Rekordhochwasser. In Hitzacker im Landkreis Lüchow-Dannenberg liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, dort gilt seit Dienstagabend Katastrophenalarm. In Halle an der Saale standen einige Straßenzüge unter Wasser, außerdem wurde die Strom- und Gasversorgung teilweise abgeschaltet. Am Gimritzer Damm versuchten Hunderte Einsatzkräfte, einen Deichbruch zu verhindern.

Die Stadt empfahl Bewohnern der südlichen und östlichen Teile von Halle-Neustadt sowie der Klaustorvorstadt, ihre Häuser zu verlassen. In Bitterfeld hatte die Sprengung eines Deichs am Seelhausener See nicht die erhoffte Entlastung gebracht. Wie ein Sprecher des Krisenstabs sagte, sei der Druck auf den See zwar nicht mehr so groß, er fülle sich aber immer noch.

Auch die Hochwasserlage in Brandenburg verschärfte sich. An der Schwarzen Elster gab es bei Herzberg einen ersten Deichbruch. Für die Elbe im Bereich des Landkreises Elbe-Elster wurde am Mittwochvormittag die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen. Der Wasserstand erreichte in Mühlberg am frühen Morgen 8,80 Meter. Bei der Rekordflut vom August 2002 waren es 9,98 Meter.

Lage in Bayern und Thüringen stabilisiert sich langsam
In Bayern stabilisiert sich die Situation langsam, Entwarnung konnte aber noch nicht gegeben werden. In Passau gab es für die meisten Bewohner wieder Trinkwasser, wie ein Stadtsprecher sagte. Die Passauer mussten in den vergangenen Tagen das schlimmste Hochwasser seit mehr als fünf Jahrhunderten durchleben. In Straubing und Deggendorf stagnierten Mittwoch früh die Pegelstände, wenn auch auf hohem Niveau.

Auch aus Thüringen zog sich das Wasser langsam zurück. Die Gemeinden begannen mit den Aufräumarbeiten und listeten die Schäden auf. Für eine genaue Bilanz sei es aber noch zu früh, teilten die Verantwortlichen in den meisten Städten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. In Baden-Württemberg ging das Hochwasser ebenfalls weiter zurück.

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