05.06.2013 10:15 |

Rekordflut in Passau

Merkel verspricht Hochwasser-Opfern 100 Millionen Hilfe

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Flutopfern bei einem Besuch in den Hochwassergebieten mindestens 100 Millionen Euro für schnelle Hilfen versprochen. Angesichts der größten Donauflut seit mehr als 500 Jahren sagte die Kanzlerin am Dienstagnachmittag in Passau: "Wir haben gedacht, 2002 war die Lage schon exorbitant. Jetzt ist sie aber noch dramatischer." Merkel besuchte auch den vom Hochwasser betroffenen Osten Deutschlands, wo man sich auf eine massive Flut der Elbe einstellt.

In Passau war der Pegelstand in der Nacht auf Dienstag nach Behördenangaben auf 12,89 Meter gestiegen. Damit ist die Dreiflüssestadt von der größten Flut seit dem Jahr 1501 betroffen. Bei der sogenannten Jahrhundertflut im Jahr 2002 wurden 12,20 Meter gemessen. Mittlerweile sank der Pegel aber wieder auf deutlich unter zwölf Meter - entlang der Ufer seien aber immer noch einige Straßen überflutet, teilte ein Sprecher mit. Auch die Innenstadt sei nach wie vor abgeschnitten. Das Gröbste sei aber überstanden: "Langsam kommen wir weg von der Katastrophe und hin zum Hochwasser."

Donauaufwärts von Passau gaben Stadt und Landkreis Regensburg angesichts steigender Wasserstände erneut Katastrophenalarm. Dort wird für die Altstadt mit etwa 6,80 Metern ein Pegelstand wie seit 130 Jahren nicht mehr erwartet.

Donau-Damm gebrochen - Wasser breitet sich aus
Der nach einem Dammbruch vom Donauhochwasser teilweise überschwemmte Landkreis Deggendorf ist durch die Teilsperrung der Autobahn 92 fast vollständig vom Umland abgeschnitten. Die Region sei nur noch über einige wenige Straßen für Helfer und Fahrzeuge zu erreichen, erklärte eine Landkreissprecherin am Mittwochmorgen. In der Nacht wurden weitere Häuser evakuiert - 50 bis 80 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. In der Region Deggendorf und Straubing mussten bereits am Dienstag rund 6.000 Menschen ihre Häuser wegen des Hochwassers verlassen.

Leichte Entspannung in Teilen Oberbayerns
Im südlichen Oberbayern zeichnete sich unterdessen eine leichte Entspannung der Lage ab. "Eine Gefahr ist derzeit nirgends erkennbar", sagte ein Sprecher des Krisenstabes in Rosenheim. In den Landkreisen Miesbach, Mühldorf am Inn, Erding, Berchtesgadener Land und Traunstein wurde der Katastrophenalarm aufgehoben.

Viele Menschen im Süden Oberbayerns konnten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren und mit den Aufräumarbeiten beginnen. Allerdings sind weiterhin viele Straßen gesperrt. Auch die Autobahn München-Salzburg (A8) blieb am Chiemsee wegen Überflutung unpassierbar. Laut offiziellen Angaben soll der betroffene Abschnitt am Mittwoch wieder für den Verkehr freigegeben werden, zunächst jedoch nur auf einer Spur.

Elbe bedroht Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Neben den Regionen entlang der Donau im Süden ist auch der Osten Deutschlands von den Fluten betroffen. Im Bundesland Sachsen rechnet man mit dem Höchststand der Elbe, die die Wassermassen der Moldau mitbringt, die wiederum Teile von Prag überflutet hat (siehe Infobox). Das Landeshochwasserzentrum teilte mit, dass der Pegel der Elbe einen Stand von 8,05 Metern erreicht habe - normal seien etwa zwei Meter.

Auch der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge bereitete weitere Evakuierungen vor. Am Pegel in Schöna nahe der Grenze zu Tschechien wurde in der Nacht auf Mittwoch die Zehn-Meter-Marke überschritten. 11.000 Menschen seien bisher in Sicherheit gebracht worden, sagte eine Sprecherin. In der Stadt Pirna musste das Rathaus geräumt werden, weil es wie die Altstadt unter Wasser stand. Der Landkreis Nordsachsen rief für die betroffenen Gebiete an der Elbe Katastrophenalarm aus. Auch in Meißen drang die Elbe weiter in die Stadt vor. Fast alle Straßen in die Altstadt seien mittlerweile gesperrt, sagte eine Sprecherin.

In Thüringen verschärfte sich am Dienstag die Situation im kleinen Ort Ziegenrück: Aus einer Talsperre müssen laut Einsatzkräften etwa 200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgelassen werden, sonst drohe der Damm überzulaufen.

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