Korken oder Raketen knallen lassen? Das ist die große Frage. Viele Gemeinden fragen sich, wie umgehen mit privatem Feuerwerk in der Silvesternacht? Dabei wählen sie ganz unterschiedliche Ansätze.
Das farbenfrohe Spektakel ist penibel geplant. „Jedes Abschussrohr hat seinen exakten Platz“, sagt Eugen Seethaler. Zusammen mit Pyrotechniker Christian Czech ist er auch in diesem Jahr wieder verantwortlich für das Silvesterfeuerwerk in der Salzburger Altstadt. Am Wochenende starteten die Aufbauarbeiten. Mehr als 300 Rohre und Pyro-Batterien positionierte das Team der Firma „Pyrovision“ auf einer Wiese unterhalb der Festung. „Geladen wird alles freilich erst am Silvestertag“, lacht Seethaler.
Das Feuerwerk wird knapp acht Minuten dauern, Start ist pünktlich um Mitternacht. Zu den Raketen am Himmel gibt es eine musikalische Untermalung – samt Liveübertragung im Radio. „Die Wettervorhersage ist bestens. Hoffentlich bewahrheitet sie sich auch“, meint der Pyrotechniker. Bei klarer Sicht ist das Silvesterfeuerwerk bis weit über die Dächer die Altstadt hinaus sichtbar. Der Appell des Experten daher: „Die private Knallerei braucht wirklich keiner mehr. Lasst das die Profis machen.“
Verbieten, appellieren, tolerieren, dulden
Mit diesem Vorstoß ist der Pyrotechniker nicht allein. Die Salzburger Stadtregierung erlaubt das Abfeuern privater Böller und Raketen in der Silvesternacht im gesamten Stadtgebiet erst gar nicht. Mit Plakaten und Aufstellern weist man seit Tagen auch Touristen darauf hin. Auf öffentlichem Grund – also Plätzen im Eigentum der Stadt – gab und gibt es auch keinen Verkauf von Feuerwerksartikeln. Verhindern lässt sich die private Böllerei damit freilich nicht.
Grundsätzlich ist es das ganze Jahr über verboten, Feuerwerk abzufeuern. Gemeinden können in der Silvesternacht allerdings diese Regelung außer Kraft setzen. Das Zünden von Raketen und Knallern ist dann kurzfristig erlaubt.
In vielen Gemeinden gilt das Verbot auch zum Jahreswechsel. Ausnahmen gelten neben allen Lungauer Orten etwa auch in Krimml, Neukirchen, Hollersbach, Stuhlfelden, Niedernsill, Fusch, Maria Alm, Rauris, Lofer und Unken.
„Der Lärm ist besonders für unsere Tiere beängstigend“
In vielen weiteren Salzburger Gemeinden gelten zum Jahreswechsel ebenfalls Feuerwerksverbote. „Ich wüsste nicht, warum wir es erlauben sollten“, meint etwa der Kuchler Ortschef Thomas Freylinger (ÖVP). Auf der Webseite der Gemeinde redet er seinen Gemeindebürgern ins Gewissen. „Der Lärm ist besonders für unsere Tiere beängstigend. Auch viele Menschen wollen irgendwann ihre Ruhe haben! Der Umweltgedanke spielt ebenfalls eine Rolle“, schreibt er da.
Im Lungau hingegen sind private Feuerwerke in allen Orten erlaubt. „Aber nicht aus Überzeugung“, stellt Manfred Sampl, Bürgermeister von St. Michael, klar. Aber: „Ein Verbot, das man nicht kontrollieren kann, braucht man erst gar nicht auszusprechen.“
Der Verkauf von Pyro-Artikeln verläuft im Lungau jedenfalls bestens. „Die Leute freuen sich aufs neue Jahr“, meint etwa Händler Erich Jerey.
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