Änderungen bei 1. Jänner: Das LKH Voitsberg wandert zum Verbund „Graz West“, das LKH Deutschlandsberg dockt bei Wagna und Radkersburg an. Was sich für Patienten und Mitarbeiter ändern soll – und warum es schon den ersten politischen Wirbel gibt.
Und wieder ändert sich die steirische Spitalslandkarte – diesmal allerdings nicht kurzfristig-überraschend, sondern von langer Hand geplant. Der bisherige Spitalsverbund Weststeiermark wird aufgelöst, das LKH Voitsberg wird an „Graz II“ angeschlossen, Deutschlandsberg bildet ab 1. Jänner mit Wagna und Bad Radkersburg den neuen LKH-Verbund Südweststeiermark (siehe Grafik).
„Die Verkehrswege aus dem Bezirk Voitsberg führen Richtung Graz, die Bevölkerung orientiert sich dorthin“, sieht Kages-Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark einen logischen Schritt, auch wenn er festhält: „Der Weg damals mit Deutschlandsberg war richtig.“
In größeren Verbünden hätten auch kleinere Standorte bessere Chancen. Vor allem für Mitarbeiter werden sie attraktiver, so Stark: „Als junger Arzt hat man in der Ausbildung mehr Rotationsmöglichkeiten und kann in vielen Bereichen arbeiten.“
Jedes Spital mit eigenem Schwerpunkt
So argumentiert auch Othmar Grabner, der ärztliche Direktor des LKH Südweststeiermark. Diese deckt künftig ein sehr großes Gebiet von der Pack bis zur Kutschenitza ab. „Wir verbessern die Versorgung, weil jedes Haus eine eigene Schwerpunktsetzung hat.“ Am Beispiel Chirurgie: Wagna ist das Akutzentrum, wo rund um die Uhr unfallchirurgisch versorgt wird. In Deutschlandsberg liegt der Schwerpunkt auf tagesklinische und ambulante Versorgung. Und in Bad Radkersburg gibt es nur geplante Operationen mit dem Schwerpunkt Orthopädie (Hüftprothesen etc.).
Im nächsten Jahr soll sich alles Schritt für Schritt einspielen. „Den Patienten sollen sinnlose Fahrten weitestgehend erspart bleiben“, sagt Grabner. Ein Beispiel: Bricht sich jemand in Eibiswald bei einem Sturz eine Speiche, so kann er in Deutschlandsberg versorgt werden – ein Unfallchirurge aus Wagna ist telemedizinisch zugeschaltet.
Die Trennung von ungeplanten und geplanten Eingriffen wird steiermarkweit forciert, bekräftigt auch Gerhard Stark, der – trotz leicht entspannter Personalsituation – auf weitere Reformen in der Spitalsstruktur drängt: „Wir müssen Synergien nutzen und uns für die nächsten Jahre fit machen. 1965 hatten wir 23.000 Geburten, 2023 waren es 10.500“, veranschaulich er das demografische Dilemma.
Aufregung in Voitsberg: Kürzere Ambulanzzeiten
Ein Schritt ist eben die Einbettung von Voitsberg in den Verbund LKH Graz II: „Damit wird die interne Versorgung auf höchstem Niveau komplettiert“, meint der ärztliche Direktor Michael Lehofer. Die onkologische Ambulanz und der altersmedizinische Schwerpunkt in Voitsberg seien eine sehr gute Ergänzung. An den Abteilungen in Voitsberg ändert sich nichts, allerdings werden die Öffnungszeiten der chirurgischen Ambulanz auf 8 bis 14 Uhr eingeschränkt – was für heftige Kritik bei den roten Bürgermeistern Jochen Bocksruker (Bärnbach) und Bernd Osprian (Voitsberg) sorgt.
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