Die vorweihnachtliche Zeit verlangt vielen einiges ab, da kann die Freundlichkeit schon mal auf der Strecke bleiben. Marina, ein Lehrling bei Interspar, zeigt, wie man die Ruhe bewahrt.
Trubel im adventlichen Geschäft vom Innsbrucker Einkaufszentrum Sillpark. Weihnachtliche Musik im Hintergrund hörend, schieben mehr Menschen als sonst zwischen Keksen, Jesus-Abbildungen und Zirbenholz-Deko im festlich geschmückten Konsumtempel ihre Einkaufswagen. Diesem Trubel ist auch im Interspar Lehrling Marina Vojnovic ausgesetzt – er kann ihr jedoch nichts anhaben.
Die 18-Jährige mag ihre Arbeit. Vor drei Jahren kam sie aus Serbien nach Österreich. Ihre Geschichte erzählt, wie sie aus eigenem Antrieb und Ehrgeiz heraus Hindernisse überwunden und sich ein erfülltes Leben aufgebaut hat. „Als ich mich bei Interspar beworben habe, hab’ ich nicht genau gewusst, was ich machen soll“, erzählt sie. Das ist nun drei Jahre her. Ihr Deutsch war schlecht, um nicht zu sagen, kaum vorhanden, doch Geschäftsleiter Marko Lovric gab ihr dennoch eine Chance: Wenn sie innerhalb von drei Monaten ihr Deutsch wesentlich verbessere, dürfe sie starten. Gesagt, getan: Nach drei Monaten verblüffte sie das Team mit riesigen Sprach-Fortschritten.
Marina liebt die Ordnung im Geschäft, alles hat seinen Platz, alles steht an Ort und Stelle. Das gibt Struktur. „In der Früh habe ich etwas Fixes zu machen, ich weiß genau meinen Plan – und das mag ich gern.“ Um 7 Uhr ankommen, umkleiden, Lieferungen vorsortieren, verräumen. „Dann mach’ ich bei den Lokalitäten – da bin ich zuständig – alles schön, alles sauber“, sagt sie lächelnd.
„Eine Toleranz zu haben – das ist mir wichtig“
Doch aller Anfang ist schwer, vor allem, wenn man die Sprache noch nicht so gut beherrscht. „Es war schwierig, mit den Kunden zu reden. Wenn du nicht weißt, was sie wollen oder Wörter verwenden, die du noch nicht kennst. Aber mit der Zeit ist es gegangen. Jetzt habe ich nur noch Probleme, wenn sie nicht laut oder deutlich genug reden, da geht es aber nicht um die Sprache, sondern um die lauten Hintergrundgeräusche.“
Es ist normal, dass ich freundlich bin. Auch wenn es einmal nicht mein Tag ist.
Interspar Lehrling Marina Vojnovic
Ein volles Geschäft in der Weihnachtszeit – man kann sich vorstellen, dass es da manchmal hektisch zugeht. Wie schafft es Marina, trotzdem gelassen zu bleiben? „Ich glaube, das kommt mit dem Charakter einher. Es ist normal, dass ich freundlich bin. Auch wenn es einmal nicht mein Tag ist. Ich muss ja nicht so übertrieben glücklich sein, aber eine Toleranz zu haben – das ist mir wichtig. Wenn jemand nicht so gut drauf ist, ist mir das egal. Ich gebe einfach Auskunft und dann bin ich fertig mit der Konversation.“ Eine Gelassenheit, von der man sich eine Scheibe abschneiden kann.
„Geschäftsleiterin zu sein, wäre mein Dream-Job“
Ihr ehrgeiziges Wesen zeigt sich auch in ihren Zukunftsplänen: „Ich möchte bleiben. Und wenn es möglich ist, Kurse machen und Geschäftsleiterin werden. Das wäre mein Dream-Job.“
Ob sie es empfehlen kann, eine Lehre bei Interspar zu machen? „Logisch“, sagt sie, „es ist ein guter Anfangspunkt. Mir war es am Anfang wichtig, selbstständig sein zu können und dass ich selbst Geld verdienen kann. Man muss ja nicht bleiben, man kann andere Wege finden. Es gibt auch Kurse, dann kann die Ausbildung weitergehen.“
Nächstes Jahr wird Marina mit ihrer Lehre fertig. Doch ihr Ehrgeiz und ihre Gelassenheit werden sicher dafür sorgen, dass ihre Karriere noch lange nicht beendet ist.
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